Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1408058
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DEM ST. 
GEORG VERWANDTE SCHÖPFUNGEN etc. 
deln konnte. Es treten hier dieselben Stylconsequenzen der 
verschiedenen Materialien in der Behandlung der Formen und 
Details ein, wie im Alterthum. Donatellds grosses Verdienst 
ist es, der Marmorsculptur wieder ihren eigenen Styl verschallt 
zu haben, während sie im 14. Jahrhundert, nach dem Verklingen 
der pisanischen Einflüsse, von dem Metallstyl der Goldschmiede 
beherrscht wurde. 
Was an den geschilderten Statuen des Ghiberti unbedingt 
zu loben ist, das ist der meisterhafte Guss. Möglicherweise ging 
auch Donatello bei der Herstellung derselben bei Ghiberti in 
die Schule, wenigstens haben wir noch ein Document, wornach 
Donatello von Ghiberti für Broncearbeiten bezahlt wird. Das- 
selbe kann sich zwar auf die Broncethüren, ebenso gut aber 
auf diese Statuen beziehenßß 
XII. 
DEM 
GEORG VERWANDTE 
DONATELLOS. 
SCHÖPFUNGEN 
An den heiligen Georg schliessen sich eine Reihe von 
Schöpfungen des Donatello an, welche in der Idee und im 
Charakter durchaus damit verwandt sind und unbedingt einer 
und derselben Periode des Künstlers angehören müssen. Und 
dieser Umstand gibt uns auch eine weitere Handhabe, um tingefiihr 
die Zeit zu bestimmen, wann der h. Georg des Donatello ent- 
stand. Eine diesem zunächst verwandte Marmorstatue des Da- 
vid wurde nämlich laut den Urkunden des Dom-Archivs ihm 
am 20. Februar 1408 in Auftrag gegeben und 1416 vollendet. 
In derselben Zeit muss auch der h. Georg entstanden sein. 
Dieser David war ursprünglich bestimmt, zusammen mit einer 
dem Nanni d'Antonio di Banco in Auftrag gegebenen Figur 
aussen über einer damals soeben vollendeten Capelle des Dom- 
chores aufgestellt zu werden. Doch erregte sie, wie es scheint, 
nach ihrer Vollendung ein solches Wohlgefallen, dass die Prioren 
der Zünfte, mit dem Gonfaloniere an der Spitze, der Dombau- 
Behörde befahlen, die Statue an den Regierungspalast zu über- 
liefern. w Dort wurde sie im Saal „mit den reichen Decken- 
feldern neben den Gemälden des Domenico Ghirlandajo", wo 
die Uhr des Lorenzo della Volpaja stand, aufgestellt und von
        

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