Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Donatello, seine Zeit und Schule
Person:
Semper, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406498
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1407897
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STATUEN FÜR DIE 
NISCHEN etc. 
mit Brunellesco zusammen gemacht habe, ist durch kein 
sicheres Document gestützt. In dem Auftrag vom 3. April 1411 
heisst es vielmehr: Erinnerung, wie die fünf unterschriebenen 
Operai vertnöge ihrer Autorität dem Donato di Niccolo di 
Betto Bardi die Marmorstatue im Auftrag geben, um daraus 
für 28 Gulden die Figur des S. Marcus herzustellen. Er soll 
diese Figur 4 Ellen hoch und in entsprechender Breite mit 
einer Marmorbasis von guter Sculptur bis zum I. November 
1412 herstellen, und sie auf eigene Kosten und Gefahren im 
Tabernakel aufstellen, vergolden und mit jedem geeigneten 
Schmuck (wohl Farben) versehen. Es bürgten für ihn Nofri 
di Romolo, Steinhauer, und Niccolo di Piero, Bildhauer etc. 
Einige Tage später, am 23. April, wird auch die Ausfüh- 
rung des Tabernakels an die Steinhauer Perfetto di Giovanni 
und Albizo di Piero in Auftrag gegeben. Dasselbe soll nach 
dem Muster des Tabernakels ausgeführt werden, worin die 
Wollenzunft den S. Stefano hat aufstellen lassen. (Dies ist ein 
Beweis, wie die Bildhauer die Tabernakel wohl auch desshalb 
noch gothisch componirten, weil es ihnen vorgeschrieben war.) 
In den viereckigen Feldern sollen sie eine weisse Rose mit an- 
dern Rosen rings herum in schwarzem Marmorgrund einlegen, 
wie man es auf der von ihnen unterschriebenen Zeichnung. sieht. 
Und auch im Uebrigen soll das Tabernakel nach dieser Zeichnung 
ausgeführt werden. Für die ganze Arbeit sollen sie 200 H. erhalten." 
Die Nische ist eine der reicheren von Or San Michele und 
sehr graziös in der Composition und fein in der Ausführung. 
Am Sockel derselben befindet sich in der Mitte der S. Marcus- 
Löwe in guter Reliefsculptur. Zu beiden Seiten von ihm zieht 
sich ein Fries hin, welches zierliche Akanthtisranken mit Blumen 
von weissem Marmor auf dem schwarzen Grund intarsirt 
zeigt. Auch dieses Ornament trägt den Uebergangsstyl des Niccolo 
d'Arezzo. Die eckigen Pilaster sind zierlich mit Feldern von 
weissem und schwarzem Marmor geschmückt; ebenso zeigt der 
Grund, dem Contract entsprechend, oblong viereckige Felder von 
schwarzem Marmor mit weissem eingelegten Blattwerk, das in 
der Form gothisch, in der Zierlichkeit Renaissance ist. Auch die 
Wölbung des Tabernakels ist sehr fein mit weissen Marmorrahmen 
und Rippen und schwarzen Streifen dazwischen geschmückt.
        

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