Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Technik der Malerei
Person:
Schultze-Naumburg, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1645064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1646325
 
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sagen, dass der Schaden dadurch vielleicht grösser wäre, als der 
Nutzen einer etwas vermehrten Haltbarkeit. 
Neben all der Vergänglichkeit, die sich n i c h t vermeiden lässt, 
giebt es jedoch eine grosse Anzahl Gefahren, die sich recht wohl 
vermeiden lassen. Ja, es sind die, denen gewiss bei weitem die 
meisten der verdorbenen modernen Bilder zum Opfer gefallen 
sind. Neben dem Beobachten des uns zuverlässig bekannten 
chemischen und mechanischen Verhaltens des Materials ist es 
h, r 1-1 i? ,l besonders eins, was unbedingt zu beachten 
g    Q ist: grösste Sorgfalt und Sauberkeit. jede 
Feinarbeit hat sie nötig, jeder Uhrmacher, 
71 {25-7} J jeder Apotheker betrachtet sie als etwas 
selbstverständliches; eben so sehr muss der Maler es thun, auch 
wenn er durchaus nicht Miniaturen malt, denn er muss wissen, wie 
wichtig jede zufällige Beimischung von Fremdkörpern in chemi- 
scher und optischer Beziehung werden kann. Man vermeide also 
allen Staub im Atelier und bewahre vor allem seine Bildfläche da- 
vor. Der besonders an Fettkörper sich gern anhaftende Staub ist 
oft allein die Veranlassung, weshalb eine Lasurfarbe sich nicht 
gleichrnässig mit ihrer Unterlage verbinden will. Eine dicke Farbe 
muss sich allerdings auch auf einer feinen Staubschicht auflagern, 
allein die innige Verbindung mit dem Grund wird bei ihr doch 
genau so vermindert, wie bei der dünnen Farblage. Man lasse seine 
Malmittel nicht in unverschlossenen Flaschen stehen, wodurch sie 
verstauben und eintrocknen; man setze sie nicht in Hitze oder 
Sonne, wodurch sie eindicken. Man benutze keine Materialien 
mehr, wenn sie verdorben sind, und keine Farben, die schon so 
lange gelagert haben, dass sie zweifelhaft geworden sind. Man
        

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