Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653302
Niello: 
Degenknopf. 
Dürer nahm fomit wohl nur einige Probedrucke von dem 
Plättchen; und zwar war daffelbe von Gold. Er fchreibt 
darüber felbft an Spalatin zu Anfang des Jahres 1520: 
ßAuch fchick' ich hiemit zwei gedruckte Kreutzle, iind in 
Gold geftochen, und eins für Euer Ehrwürdem 1). Damit 
ftimmt genau der Bericht des Strafsburger Baumeifters 
Daniel Specklin (geb. 1536 1' 1589) in feinem Briefe, der 
{ich bei dem Abdrucke im Städelfchen Inftitute zu Frankfurt 
befindet, wo es weiter von Dürer heifst: vUnd hat er's dem 
König und Kaifer Maximilian dem Erften, in eitel Gold 
geftochen, welches güldene Blatt 0b in einen Schwertknopf 
kommen iPr. Welches Schwert fammt diefem Crucifix ich 
etlichemalen zu Innsbruck gefehen hab' in der Rüftkammer; 
ift nachmals gen Wien kommen, da hab" ich's wiederum in der 
Rüftkammer gefehen im Jahre I5 56a. Seitdem ift das Gl0ld- 
plättchen in Verluft gerathen. Neuerer Zeit wollte man zwar 
das betreffende Schwert, wenn auch des Niello beraubt, in der 
k. k. Ambrafer Sammlung in Wien wieder entdeckt haben 2). 
Dem ift aber mit guten Gründen widerfprochen worden 3). 
Es giebt noch eine andere Ueberlieferung, nach welcher 
das Plättchen die Beftimmung zu einem Hutknopfe gehabt 
hätte, wie der Kaifer Maximilian dergleichen in der That 
an der Krämpe feiner Hüte zu tragen pflegte; einen folchen 
Knopf mit einem Madonnenbildchen hat Dürer auch auf den 
Bildniffen des Kaifers, die er nach deffen Tode machte, an- 
gebracht, fowohl auf den Oelgemälde in Wien, wie auf dem 
grofsen Holzfchnitte. Die eine Nachricht fchliefst übrigens die 
Richtigkeit der anderen nicht aus. Das Niello kann erft als 
Hutverzierting und fpäter, als das tragen folcher religiöfer 
Medaillons nicht mehr Sitte war, als Schmuck eines Degen- 
daffelbe von 1840, Nr. 55 u_ Nr. 94, 
S. 396; 1847, Nr. I3, S- sr; Deut- 
fches Kunfibl. von 1852, Nr, I7, 
S. 144. 
I) Zeitfchrift für bild. Kunft III, 
S. 7, und Dürers Briefe 44, 
2) F reih. v, Sacken, Die Ambrafer 
Sammlung, Wien 1855. I, 269. 
3) Wendelin Boeheim, Das Schwert 
Kaifei- Maximilians I. in der k. k. 
Ambrafer Sammlung und der vDegen- 
knopfa Albrecht Dürers, im Reper- 
torium f, Kunfiwiffenfch. 1880. lIl. 
276-287.
        

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