Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653248
Radierung auf Eifen. 
angelos l). Rechts fleht man den Oberkörper eines liegenden 
weiblichenActes; dazwifchen ein Satyr und ein alter Männer- 
kopf. Links fleht man die halbe Figur eines Mannes im Profil, 
zu welcher {ich die Vorlage in einer Federfkizze der Alber- 
tina erhalten hat. Der Mann, welchen die Zeichnung {tark 
linkshin gewandt in Barett und Hemdärmeln, den Unterarm 
auf eine Flache, wohl den Tifch gelegt, darftellt, iPt kein 
anderer als Dürers Bruder Andreas. Die Skizze erfcheint 
auf der Radierung genau im Gegenfinne; nur ilt der Kopf 
weniger ftark abgewendet und mit etwas Bart verfehen. Da 
die flüchtige Zeichnung mit der echten Bezeichnung von I 514 
Dürer gerade zur Hand war, als er den Radierverfuch machte, 
dürfte diefer wohl auch noch demfelben Jahre angehören. 
Nach einer fo gelungenen Probe ftand der Anwendung 
der Radierung auf Elfen und Stahl freilich nichts im Wege. 
Dürer ätzte im Jahre 1515 den kleinen fitzenden Schmerzens- 
mann (B. 22), fodann den grofsen Chriittis auf dem Oelberge 
im Profile rechtshin knieend (B. I9). Die Zeichnung zu 
Letzterem, im Gegenfinne mit der Feder entworfen und 
mit einem kräftigen Pentimento am Gewande verändert, 
beHndet {ich in der Albertina; desgleichen eine andere viel 
günftigere Aufnahme deffelben betenden Heilands allein, 
mit der gleichen fo gelungenen Draperie, mehr von vorne 
gefehen; eine der edeliten Chriftustlguren von Dürer. Die 
Jahreszahl 1516 tragen zwei andere Radierungen; die Ent- 
führung eines nackten Weibes durch einen nackten Mann 
auf einem rechtshin fprengenden, phailtaflifchen Einhorn 
(B- 72); ein grofses Blatt, das wohl einen Gegenftand der 
Mythologie darftellen foll  ob den Raub der Proferpina 
durch Pluto, wie Heller meint, bleibe dahingellellt. Die 
Freiheit, mit welcher diefe Eifenplatte bereits geätzt ift, 
1) C, v, Lützow machte mich auf 
die Aehnlichkeit der Figur mit der 
kaueruden Anatomie des Michelangelo 
aufmerkfam, Schon der Eros im 
South-Kenüngton-Biufeuln, eine frühe 
Arbeit von Michelangelo, hat die 
gleiche kauernde Stellung, Es wäre 
dies die einzige Spur von einem 
Einfluffe des großen F lorentiners auf 
Dürer,
        

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