Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653204
Die 
Kupferfiichtechnik. 
nothdürftig abgefchloffen ward. Die einzelnen Darftellungen 
find zu populär geworden, als dafs es einer Befchreibung 
bedürfte. Erfiaunlich ift die Beharrlichkeit, mit welcher 
Dürer fich in der ganzen Folge, Jahre hindurch auf einer 
ganz gleichmäßigen Höhe der Vollendung behauptet hat. 
Die Stechweife ift noch diefelbe wie in Adam und Eva von 
1504, nur ift das Stichfeld meiPc noch mehr gedeckt und 
alles mehr in den Schatten als in's Licht modelliert. In 
Ermangelung eines förmlichen Abfchluffes der geftochenen 
Paffion bildet einen folchen wenigftens chronologifch und 
ideell das herrliche Schweifstuch mit dem Haupte Chrifti, 
von zwei in den Lüften fchwebenden Engeln gehalten 
(B. 2 5). Es ift allerdings ein Querblatt und von gröfserem 
Formate, fallt aber doch wenigltens durch feine Jahreszahl 
1513 und durch die gleich feine ftecherifche Behandlung an 
den Schlufs jener Folge. Dafs {ich Dürer fpäter nicht mehr 
verfucht fühlte, die geltochene Pafflon fortzufetzen, fcheint 
mir auch noch einen ganz äufserlichen technifchen Grund 
zu haben. Im Jahre 1514 ändert Dürer nämlich feine Stich- 
technik fo wefentlich, dafs er mittels feiner neuen Art ferner 
unmöglich fo ebenmäfsige Seitenftücke zu den älteren 
Blättern hätte liefern können. Die mühfam feftgehaltene 
Gleichartigkeit der ganzen Folge hätte fomit durch jede 
weitere Vermehrung der Stiche einen argen Stofs erlitten. 
 Seit dem Jahre. 1510 macht Dürer nämlich fortwährend 
neue technifche Verfuche, die für die Zukunft der Kupfer- 
Pcechkunfi; von gröfster Bedeutung fein follten. Schon jener 
grofse niederländifche Maler, den wir, fo lange fein Name 
nicht erforfcht ift, mit Duchesne den Meifter von 1480, 
Oder beffer den Meifter des Amfterdamer Cabinetes nennen, 
übte in feinen zahlreichen, doch fehr feltenen Stichen eine 
Tößhllik, deren Zarte, flaumige Wirkung wir vornehmlich 
C161" Srlhlleidenadel ZufChreiben müffen. Wolgemut ahmte 
ein und das andere feiner Blättchen glücklich nach. Nun 
uerfucht {ich ilüCh -Dü1'Cl' in diefer Art einer leichteren, 
freieren Bearbeitung der Kupferplatte. Sein erfter Verfuch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.