Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653130
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XIII. 
Der 
Künftler 
der 
und 
Menfch. 
eifert. Ein Meifterftück darunter ift die todte Blauracke oder 
Mandelkrähe 1) in der Albertina. Der Vogel, welcher {ich 
unter allen einheimifchen am meifteil durch Farbenpracht 
des Gefieders auszeichnet, ift etwas verkleinert von der 
Bauchfeite aufgenommen. Auf einem zweiten Pergament- 
blatte ift der linke Flügel deffelben Vogels ausgefpreizt 
von der Aufsenfeite wiedergegeben; beide Stücke tragen 
die echte Bezeichnung von 1512. Die Meifterfchaft der 
technifchen Ausführung fpottet jeder Befchreibung. Das 
tiefe Leuchten des Ultramarin wird durch das Farbenfpiel 
in den unbeftimmten Uebergängen noch überboten; alle 
Mittel find angewendet, um nur jedes Federchen zur Geltung 
zu bringen, auch Gold in den gefträubten grauen Federn 
der Kehle. Um jeden Wideriland für den Pinfel zu be- 
feitigen, hat Dürer das Pergament im beiläufigen Bereiche 
des Bildes erft benetzt und mit einem Inftrument geglättet 2). 
Von ähnlicher Behandlung und gleicher Vorzüglichkeit flnd 
zwei Flügel eines Nufshähers, einzelne Federn diefes Vogels, 
dann Papageifedern und eine Mufchel auf einem grofsen, 
fonft unbezeichneten Blatte Papier im Berliner lVlufeum. 
Einen ganzen, lebendigen Nufshäher, ein. unvollendetes 
Aquarell mit der unechten Bezeichnung 1509, befitzt Mr. 
C. S. Bale in London; es ift breiter behandelt; desgleichen 
auch ein todter Sperling in der Sammlung B. Hausmanns 
zu Braunfchweig. Ein grofser Reiher auf Pergament vom 
Jahre 1515 flammt aus der GrünlingTchen Sammlung in 
Wien und befindet {ich jetzt bei H. Geh. Rath Haffe in 
Göttingen. Daran reiht fich eine Anzahl botanifch genauer 
I) Corracias garrula nach Linne, 
2) Alte Copien des Flügels be- 
finden üch in der I'Ieller'fchen Samm- 
lung auf der Bamberger Bibliothek 
und bei H. v. Lanna in Prag, früher 
bei Erasmus Engert in Wien; die 
Aufsenfeite eines rechten Flügels und 
die Rückfeite des ganzen Vogels, 
gleicherweife Dürers Art nachahmend, 
bei Mr. Morrison in London. Der 
F älfchel" diefer Stücke ifi vermuthlich 
Hans Hofmann. Eine ganz ähnliche 
Miniatur auf Pergament, denfelben 
Vogel von der läückenfeite in etwas 
gröfserem Mafsüabe darftellend, aber 
mit Hofmanns eigenem Monogramme 
bezeichnet, befltzt H, Artaria in Wien,
        

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