Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652969
Architeknni 
den uns geläufigen drei äfthetifchen Kunftftufen erfcheint 
Dürer als Lyriker in der herrlichen, weiten Uferlandfchaft, 
als Epiker in den Stifterbildniffen und Charakteren, als 
Dramatiker in der höchften Verherrlichung der heiligen 
Tragödie, welche er in ihren Höhen und Tiefen erfchöpft 
hat. Endlich berichtet noch das Selbftbildnifs mit der 
ftolzen Schrifttafel von dem bedeutfamen Hereinfpielen der 
Perfönlichkeit Dürers in die grofse Aufgabe feines Lebens. 
Aber auch als Architekten und Bildhauer lernten wir 
Dürer am Allerheiligenbilde kennen. Es fehlt uns ja nicht 
an Nachrichten, welche bezeugen, dafs Dürer ein kundiger 
Baumeilier gewefen fei. Wir erfehen dies auch aus feinen 
gedruckten Büchern und aus feinen nachgelaffenen Hand- 
fchriften  In den letzteren finden {ich Auszüge aus Vitruvius: 
wVom Mafs der Gebäudea, Abbildungen antiker Säulencapitäle, 
eine Conftruction der Kuppel von St. Peter in Rom, nach den 
beigefchriebenen Mafsen zu fchliefsen von der Hand eines 
Italieners; unter anderem auch die zwei Aufriffe und fünf 
Grundriffe eines fchmalen, vielleicht venetianifchen Haufes. 
Doch ift die Nachricht, dafs Dürer wirklich in Venedig die 
Facade eines Haufes ausgemalt habe 2), mit gröfster Vorficht 
aufzunehmen, da fonft kein Beifpiel eigenhändiger Wand- 
malerei von Dürer bekannt ift. Dagegen erzählt er felbft 
in feinem Niederländifchen Tagebuche, dafs er dem Hof- 
arzte der Erzherzogin Margarethe i) ein Haus aufreifsen mufste, 
wonach diefer eines bauen wollte; für diefe Arbeit möchte 
ich auch unter IO Gulden nicht gerne nehmene 3). Nach 
l) Jahrbücher f. Kunflw. l. I7. 
2) Bottari, Letters pittoriche, Mi- 
lano 1822, III. 349. Nr. 166. Doni 
an Simone Carnesecchi um d. J. 
1550 etwa. Die Lefung und die 
Interpunction der ganzen Stelle fcheint 
mir überdiefs verdächtig; He handelt 
von den Sehenswürdigkeiten Vene- 
digs: ä Vinegia quattro cavalli di- 
vini; le cose di Giorgione da Castel- 
franco pittore; 1a storia di Tiziano 
(uomo eccellentissimo). In palazzo 
1a facciata della casa dipinta da 
Alberto Duro; in san Bartolommeo 
in particolare w: 10 studio del Bemboa 
etc, Da. fcheint denn doch vin pa- 
lazzou zu Tizian, nin san Bartolom- 
meou zu' Dürer hinauf zu gehören 
und letzteres nicht zu Benmbo? 
3) Dürers Briefe etc. 95,
        

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