Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652789
Der LandauerTche 
Altar, 
auszuführen, voller Ernft war; denn er hat in der Folge 
Wort gehalten. Zuvor galt es nur noch eine Ausnahme: 
das bereits genannte Allerheiligenbild, zu welchem Dürer 
bereits früher die Verpflichtungen eingegangen hatte. Erasmus 
Schiltkrot und Matthaeus Landauer hatten im Jahre 1501 
ein Verforgungshaus für zwölf altersfchwache Nürnberger 
Bürger gelüftet, daher genannt: das Zwölfbrüderhaus, oder 
auch nach dem ehrfamen Rothfchmied und Bildgiefser: das 
Landauerklofier. Darin befindet (ich eine Kapelle, welche 
in den Jahren 1507 und 1508 aufgeführt wurde. Auf faft 
quadratifchem Grundrifs wird ein unregelmäfsiges Stern- 
gewölbe durch zwei Säulen mit kryltallinifcher Baiis und 
gewundenen Canelluren getragen, zwifchen denen der Schlufs- 
Prein mit Landauers Wappen an den Verlängerungen der 
Gewölberippen tief herabhängt, ähnlich den gothifchen 
Wölbungen in englifchen Kirchen aus diefer Zeit. Darunter 
zwifchen den beiden Säulen und vor dem mittleren und 
breitellen der drei Rundbogenfenfier im flachen Abfchlufs 
Hand frei der Altar, welchen Dürers Werk zieren follte. 
Die Kapelle war Allen Heiligen geweiht. Damit war ihm 
der Gegenfland der Darftellung gegeben 1). 
Eine erfle Skizze zu dem Altare, welche mit der 
Sammlung Reifet in den Beütz des Herzogs von Aumale 
übergegangen ift, führt die Infchrift: Anno ClOITllHl 15081). 
Der leichte Entwurf giebt die Compofition des Bildes in 
vereinfachter Form an und iPc vornehmlich dem reichen 
Renaiilancerahmen gewidmet, welcher die Tafel einfaffen 
follte. Auch für den HellerTchen Altar hat Dürer einen 
Rahmen 
entworfen, 
denn 
heifst 
{einem 
letzten 
Briefe 
an den 
fchreibt , 
Befteller 
wie Ihr 
vom 12. 
die Tafel 
October 1509: xDa Ihr mir 
zieren follt, fchicke ich Euch 
i) Demgemäfs ifl: auch die früher 
gebräuchliche Benennung des Bildes: 
Anbetung der heiligen Dreifaltigkeit 
oder ähnlich keineswegs correct. 
2) Die Federzeichnung ward ver- 
öffentlicht von Denon, Monumens 1V„ 
dann von L. Gaucherel radiert in 
der Gazette des Beaux-Arts und 
ebenfo bei Narrey, A. Dürer, Paris 
1866.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.