Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655969
Ue ber 
Untergang 
den 
antiken 
Kunft, 
337 
Zweckmäfsigen, über künftlerifches Schaffen und Wiffen, 
wie über die Sendung, welche er fich felbfi in diefer Be- 
ziehung zumuthete. 
Als Ausgangspunkt dient Dürer immer feine Verehrung 
für die Kunft und Weisheit des clafflfchen Alterthumes, feine 
Klage um deren Untergang und feine Achtung vor den 
neuen Beftrebungen der Italiener. In der Widmung feiner 
Mefskunft an Pirkheimer heifst es: vIn was Ehren und 
Würden aber diefe Kunft bei den Griechen und Römern 
gewefen ift, zeigen die alten Bücher genugfam an; wiewohl 
fie in der Folge gar verloren und über taufend Jahre ver- 
borgen gewefen und erPt vor zweihundert Jahren wieder 
durch die Wälfchen an den Tag gebracht worden iftr  
oder wie es in der Proportionslehre einmal heifst: vor 
anderthalbhundert Jahren. Man fleht, dafs Dürer die neue 
Blüthe der Kunfl an die Epoche der Renaiffance knüpft. 
In der Vorrede zu feinem Proportionswerke foll nach feinem 
ausdrücklichen Wunfche. hervorgehoben werden, vdafs er die 
Wälfchen fehr lobe in ihren nackten Bildern und zumal in 
der Perfpectiveel). Und im Jahre 1513 fchreibt Dürer: 
wDie grofse Kunfi des Malens ift vor vielen hundert Jahren 
bei den mächtigen Königen in grofser Achtbarkeit gewefen, 
denn fie machten die fürtrefflichen Künfller reich und hielten 
fle würdig, denn fie erachteten folche Sinnreichigkeit für ein 
Schaffen, gleichförmig dem Gottes. Denn ein guter Maler 
ifl inwendig voller Figuren, und wenn's möglich wäre, dafs 
Cr ewiglich lebte, fo hätte er aus den inneren Ideen, davon 
Plato fchreibt, allzeit etwas neues durch die Werke aus- 
zugiefsen. Vor vielen hundert Jahren fmd annoch etliche 
berühmte Maler gewefen, als mit Namen: Phidias, Praxiteles, 
Apelles, Poliklet, Parrhafius, Lifippus, Protogenes und die 
anderen, deren einige ihre Kunfl befchrieben und zumal 
kunflvoll angezeigt und klar an den Tag gebracht haben; 
doch fmd ihre löblichen Bücher uns bisher verborgen und 
Dresdener 
Pirkheimer im 
1)  Briäf an 
Heller, 
Codex ; 
999-
        

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