Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652768
Die 
Aufsenfeitelm, 
Maltechnik. 
Meterlängen, deren kleine Differenzen in den {ich entfprechen- 
den Linien der Befchädigung der Bretter bei ihrer Trennung 
zuzufchreiben find, fiellt {ich unfere Reconfiruction des 
HellerTchen Altares aus den vorhandenen Ueberrefien fo 
dar, wie auf Seite 24 angegeben iPc. 
So mühfam und auf folchen Umwegen mufsten wir 
uns ein Urtheil bilden über ein Hauptwerk von Dürer, wie 
es der HellerTche Altar ift  oder vielmehr war. Doch 
freuen wir uns noch, dafs uns Dürer felbft in feinen Briefen 
und in feinen Zeichnungen die Behelfe dazu hinterlaffen 
hat! Es fehlt uns faft nur noch eine deutlichere VorPcellung 
über die technifche Ausführung, die letzte Vollendung des 
Mittelbildes, der Himmelfahrt Marias. Von der, überdiefs 
auch ungleichartigen, Behandlung der Flügelbilder dürfen 
wir nicht auf jene des Hauptbildes zurückfchliefsen, da Dürer 
felbft zwifchen beiden wiederholt und ganz ausdrücklich 
unterfcheidet. Doch würden uns feine Andeutungen noch 
nicht genügen, wenn uns nicht ein anderes, heute noch 
wohlerhaltenes Hauptwerk des Meifters den nöthigen Com- 
mentar dazu lieferte. Es ift das Allerheiligenbild in der 
kaiferlichen Galerie zu Wien, welches Dürer nach Vollendung 
des HellerTchen Altares in Angriff nahm und I 51 1 vollendete. 
Diefes bildet infofern einen Gegenfatz zur Himmelfahrt Mariae, 
als es fich Weder durch litterarifche Zeugniffe noch durch 
befondere Vorftudien ankündigt. Dafür fleht es aber heute 
noch faPt unverändert vor unferen Augen, fowie dies Dürer 
von dem untergegangenen Frankfurter Bilde prophezeit 
hatte. Es giebt uns nun auch fiatt deffen die erwünfchte 
Auskunft über das technifche Verfahren Dürers, denn es 
ift kein Zweifel, dafs daffelbe beiden Gemälden gemeinfam 
War. Was Dürer von der wiederholten Unter- und Ueber- 
malung fagt, läfst nicht auf Oelfarbe fchliefsen, fondern nur 
auf Tempera. Ueber dem, in linearer Zeichnung, ähnlich 
den Studien zur Himmelfahrt, mit dem Pinfel gemachten 
Entwürfe ift die Farbe fehr dünnflüffig und wiederholt auf- 
getragen; daher der durchfichtige Glanz, die emailartige
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.