Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655851
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XVII. 
Krankheit, 
und 
Tod 
fchriftlicher 
N achlafs. 
ihm den Ruhm eines Ernnders der Fortbefefiigtmg ein- 
getragen hat. 
Mit welcher Theilnahme Dürer übrigens die kriegerifchen 
Ereigniffe feiner Zeit verfolgte, dafür zeugt eine grofse Feder- 
zeichnung von feiner Hand, jetzt im königlichen Kupfer- 
ftichcabinet zu Berlin, auf Welcher die Befchiefsung des 
Hohenafpergs durch die Brandktxgeln des kaiferlichen Feld- 
hauptmanns Georg von Frundsberg dargeftellt iPt. Nachdem 
Götz von Berlichingen bei einem Ausfalle aus dem Schlofs 
Möckmühl am II. Mai 1519 verwundet und gefangen 
genommen war, bildete die Bezwingung von Hohenafperg 
am 26.Mai den letzten Act des blutigen Schaufpieles, welches 
dem geächteten Herzog Ulrich von Würtemberg fein Herzog- 
thum koPrete. Dürer illuftrierte fogleich die entfcheidende 
Waffenthat, flcher ohne Augenzeuge derfelben an Ort und 
Stelle gewefen zu fein. Das erfieht man aus der ganz 
ungenauen Linearperfpective und vornehmlich aus der grofsen 
weifsen Lücke, welche inmitten zwifchen den Belagerern 
unten und der Vefte oben bleibt. Offenbar hatte Dürer 
blos eine ungenaue Vorlage, und fo kam er auf den Gedanken, 
den leeren Abhang des Berges nur mit leichten Querlinien 
und fenkrechten Strichen auszufüllen, welche die Vorftellung 
einer fenkrecht abfallenden Quaderwand aufkommen laffen. 
Defto eingehender behandelt er die Figuren des Vorder- 
grundes, das Lager der Landsknechte (vder knecht legere), 
die in malerifchen Gruppen umherftehen, und die hinter 
Schanzkörben aufgeftellten Feldfchlangen, welche in die 
Burgmauer oben bereits eine mächtige Brefche gefchoffen 
haben; links weiter oben der Ort Tiefenbach (vtyfenpacha) 
und im Hintergrunde, viel zu grofs gehalten, die Dörfer 
Gröningen (ßgrüningenr) und Bietigheim (wpyetykae). Oben 
über der Burg fteht vafpergr, rechts daneben 1519 und 
das Monogramm  alles von Dürers Hand 1). 
Dürer gilt auch als der Verfaffer eines der erften 
Abbild. 
des Beaux. 
Gazette 
RArtS 
1879- 
277
        

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