Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655384
Studien. 
Apoflelbilder und 
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Behandlung, befltzt William Mitchell in London. Für den 
Petrus benützte Dürer jene wundervolle Pinfelzeichnung der 
Albertina, welche er im Jahre 1521 zu Antwerpen nach 
dem Greife gemacht hatte, der trotz feiner 93 Jahre noch 
gefund und rüPcig war. Er liefs blos die Kappe fort und 
verkürzte den Bart etwas, wie beides der feftitehende Typus 
von St. Peter verlangte. Die Kopfhaltung aber, der müde 
Ausdruck und die runzelichen Züge des Geliebtes find bei- 
behalten bis in Einzelheiten, wie z. B. die dreieckige Telle 
über der Nafenfpitze. 
Ebenfo bemühte üch Dürer um die Draperien, durch 
deren geeignete Auswahl er die Wirkung feiner Charaktere 
ganz wefentlich unteritützte. Niemals wieder hat ein Meifter 
das räthfelhafte Etwas, womit der Faltenwurf unter Auge 
feffelt und zwingt, {o zu würdigen gewuist wie Dürer. Er 
war unermüdlich in diefem Studium; nur wird er uns erft 
in dem Mafse verftändlicher, als er von den, aus der vlämifchen 
Schule überkommenen fcharfbrüchigen Atlasftoffen und 
fchweren Brokaten abgeht und {ich weicherer Woll- oder 
Tuchftoffe bedient. Wie bereits erwähnt, begann Dürer 
I 5 I4 die Ausführung einer geftochenen Apoftelfolge in ganzen 
Figuren. Den zwei in jenem Jahre vollendeten Blättchen 
fügte er 1523 zwei weitere hinzu, die heiligen Bartholo- 
maeus und Simon 1). Im Jahre 1523 bereitete er noch die 
Entwürfe für andere Blätter der Folge vor im Anfchluffe 
an eine gealterte Maria, fitzend mit einem Buche auf den 
Knieen, von 1521 in der Albertina. Es lind Kreidezeichnungen 
1) Bartfch 47 u. 4.9. Nach dem- 
felben Modelle, welches zu diefen 
beiden Kupfer-fliehen diente, fcheint 
auch jener fafl: lebensgrofse Studien- 
kopf eines Greifes in Oel gemalt zu 
fein, der aus dem Belltze des Regie- 
rungsrathes von Holzfchuher in Augs- 
burg in die Galerie Suermondt und 
mit diefer an das königl. Mnfeum in 
Berlin überging; nun aber mit Recht 
feinem wahren Urheber Hans Baldung 
zurückgegeben ifl, nachdem er lange 
als Dürer ging, I. Meyer und W. 
Bode, Verzeichnifs der Sammlung 
Suermondt, Berlin 1875, Nr, 7, und 
J, Meyer, königl, Mufeuln zu Berlin, 
Verzeichnifs der Gemälde, ll. Aull. 
1883. S. 22. Nr. 552 B. Das Bild 
üammt aus der Sammlung des Geh,- 
Raths Kirfchbaum in München, ver- 
fteigert 1849. V ergl, Heller, S, 199, 
18x
        

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