Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655176
254 
XVI. 
Reformation_ 
Die 
und Gefahr flehen, denn man fchmäht uns Ketzer. Aber 
Gott verleih uns feine Gnade und ftärke uns in feinem 
Worte!    Dazu mache uns Gott beftändig im Guten und 
erleuchte unfere Gegner, die armen, elenden, blinden Leut', 
auf dafs die nicht in ihrem Irrfal verderbenr! Er fchickt 
Kratzer auch wzwei Angefichter vom Kupfer gedruckt. Ihr 
werdet fie wohl kennem! 
Es kann kaum zweifelhaft fein, welches die beiden 
Bildniffe inKupferftich find, deren Abdrücke Dürer dem 
Briefe beilegte. Er pflegte die Freunde mit feinen neueflen 
Arbeiten zu überrafchen; und dies waren im Iahre 1524 
die beiden Meifterwerke feiner Porträtkunft, das Bildnifs 
des Kurfürften Friedrich des Weifen, feines älteflen Gönners 
(B. 104) und das feines Freundes Wilibald Pirkheimer (B. 106), 
beide in jenem Jahre vollendet. Der Kurfürft hatte ihm 
vermuthlich während des letzten Reichstages zu Nürnberg 
im Vorjahre gefeffen; zu der gegenfinnigen Silberftiftzeichnung 
auf grundiertem Papier, die fich im Befitze des H. A. 
Armand in Paris befindet 1). Diefelbe diente ohne Zweifel 
als Vorlage zu dem glänzenden Stiche. NVürdiger, als es 
fein Hofmaler Lucas Kranach vermochte, ift hier von Dürer 
der beleibte Herr dargeftellt, in deffen Weisheit die That- 
kraft fichtlich unterging. Doppelt glücklich mochte flch 
der Meifter bei der Arbeit dem Fürften gegenüber fchätzen, 
dem er perfönlich fchon fo viel verdankte und den er aob 
der Gunfl, die er dem Worte Gottes angedeihen liefs, für 
würdig hielt von aller Nachwelt verehrt zu werdena  
Dafs er die gleiche Sorgfalt auch dem Bruftbilde feines 
älteften Freundes Pirkheimer zuwandte, wer könnte daran 
zweifeln! Dürer verewigte uns die gedrungenen, energifchen 
Gefichtszüge, die grofsen klugen Augen des fröhlichen 
Weltweifen von Nürnberg gerade noch, bevor fchwere 
Körperleiden deffen Kraft zu beugen vermochten und bevor 
x) Abbild. in Holzfchnitt in der 
Gazette des Beaux  Arts , I 8 79. I. 
2 7 3- 
2) llle Dei verba magna pietate 
favebat, Perpetua dignus posteritate 
coli. So die Infchrift des Stiches.
        

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