Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655100
Verkehr 
Karlßadt, 
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Dresdener Altar, die Anbetung der h. drei Könige und 
vermuthlich auch der grofse St. Veiter Altar. 
Unter diefen Umftänden mufs es billig Wunder nehmen, 
dafs wir gerade aus diefer Zeit ein Zeugnifs befitzen, welches 
auf einen nahen, freundfchaftlichen Verkehr Karllladts mit 
Dürer zurüclqfchliefsen läfst. Es ift eine der Wittenberger 
Flugfchriften Karlftadts, in welcher Rom heftig zu Leibe 
gegangen und an die nationale Gefinnung des deutfchen 
Primas, des Cardinal-Erzbifchofs von Mainz, appelliert wird. 
Der Titel des Büchleins lautet: vVon anbetung und 
eererbietung der zaychen des newen Teftaments. Andreas 
B0 (denftein) Carolitadt. Wittenberge. Auf der Rückfeite 
des Titelblattes fleht dann folgende Widmung an Dürer 
vom Allerheiligentag (I. Nov.) 1521: 
vDem achtbarn vnd namhafftigen Albrechten Dürern zu Nürnberg, 
meinem geliebten günner, Wünfch ich Andreas B0, etc, gotes gnad vnd frid, 
Günßiger Fürderer! Nachdem der hafs vnd neid mancherlay lugen 
vnd nachred vns Wittembergern inruck erdicht vnd bofsheit alwegen ire 
fchlufflöcher fucht, daraufs {ie bellen, fchelten vnd klappern kan, vnd etliche 
dreümenlucher von vns lagen, als falten wir alhie predigen vnd disputierxm, 
das dem hochwirdigen facrament kain eer, 10b vnd fürzug geben fein; hab 
ich eüch ain kurtz büchlein wöllen zufchreiben von anbetung vnd eererbie- 
tung hoch obgenants facraments. Dardurch eüch vnd gantzer Chrifienhait 
fehuldige dienfte erzaigen. Dann ewre guthaiten haben mich verpliicht, 
eiich nach verniügen zu dienen. Got beuolhen. Datum XVittemberg am tag 
allerhayligexu. Im XXI. über M.   
W0 Karlfiadt mit Dürer näher verkehrt und bei welcher 
Gelegenheit er deffen Wohlthaten, denen er hiermit ein 
litterarifches Denkmal fetzen wollte, genoffen habe, wiffexl 
wir noch nicht mit Sicherheif zu beflinnnen. Dafs Karl- 
Ptadt aber damals wirklich berechtigt War, {o entfchiedene 
Anflchten in Uebereinltimmung mit feinen eigenen bei Dürer 
vorauszufetzen, dafür haben wir noch eine eigenhändige 
Beftätigung von Dürer, die {ich gerade auf den Bilderdienlt 
bezieht. Das herzogliche Kupferftichkabinet zu Coburg be- 
{itzt den frühen Druck eines grofsen Holzfchnittes, der theils 
Altdorffer, theils deffen Schüler Michel Oftendorffer zu-
        

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