Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1655057
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XVI. 
Die Reformation, 
Ganz unumwunden aber und wie mit Elementarkraft 
bricht Dürers Glaubensbekenntnifs zu Tage, da die Kunde 
von der Aufhebung Luthers auf feiner Rückkehr vom 
Wormfer Reichstage zu ihm gelangt. Er glaubt nicht 
anders als an Verrath und geräth dadurch in folche Auf- 
regung, dafs er die fonfi ganz trockenen Notizen feines 
Reifetagebuches durch einen langen, herzzerreifsenden Klage- 
ruf unterbrichtU: 
vAm Freitag vor Püngften (I7. Mai) im Jahre 152i 
kam mir die Mähr gen Antwerpen, dafs man Martin Luther 
fo verrätherifch gefangen genommen hätte. Denn da ihm 
der Herold des Kaifers Karl mit dem kaiferlichen Geleite 
beigegeben war, fo ward dem vertraut. Nachdem ihn aber 
der Herold bei Eifenach an einen unfreundlichen Ort ge- 
bracht hatte, fagte er, er bedürfe feiner nicht mehr und ritt 
von ihm. Alsbald waren zehn Reiter da, die führten ver- 
rätherifch den verkauften, frommen, mit dem heiligen Geifte 
erleuchteten Mann hinweg, der da war ein Nachfolger des 
wahren chriftlichen Glaubens. Und lebt er noch oder haben 
{ie ihn gemordet?  was ich nicht weifs  dann hat er 
das gelitten um der chriPclichen Wahrheit willen, und darum, 
dafs er geftraft hat das unchriftliche Papfithum, das da 
widerftrebt der Freilaffung Chrifti mit feiner grofsen Laft 
von menfchlichen Gefetzen; und auch darum, dafs wir deffen, 
Was unferes Blutes und Schweifses ift, alfo beraubt und 
ausgezogen werden und daffelbe fo fchändlich von müfsig- 
gehendem Volke läfierlich verzehrt werde, indefs die durfiigen, 
kranken Menfchen darob Hungers Pcerben. Und fonderlich 
iPc mir noch das Schwerfle, dafs uns Gott vielleicht noch 
unter ihrer falfchen, blinden Lehre bleiben laffen will, welche 
bellarii, viri optimi et syncerissime 
christiani tibi facile indicabunt, quos 
tibi nostroque Pircaimero ceu meipsumn 
commendo; digni enim sunt qui op- 
timis quibusque (cum optimi sint) 
valde commendentur, Vale mi cha- 
rissime Alberte! Apud nos magna 
et subixlde nova quotidie propter 
evangelium oritur persequutio, de qua 
re fratres isti apertius omnia narra- 
bunt. lterum vale!  
I) Campe, Reliquien 1276". und 
Dürers Briefe etc. x19 ff,
        

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