Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654947
Tod 
Ritter, 
Teufel. 
und 
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mächte verlieren von ihrem alten Credit  und wir dürfen 
von hier bereits einen Ausblick wagen nach jener Stelle 
im Prologe zum FauPc, wo der Herr die Verfuchung des 
Böfen zuläfst mit den Worten: 
vNun gut, er fei dir überlaffen! 
Zieh' diefen Geiß von {einem Urquell ab, 
Und fühx" ihn, kannft du ihn erfaffen, 
Auf deinem Wege mit herab, 
Und fieh' befchämt, wenn du bekennen mufst: 
Ein guter Menfch in {einem dunkeln Drange 
IP: lieh des rechten Weges wohl bewufstu. 
Ueber den tieferen moralifchen Sinn; über die all- 
gemeine zeitgefchichtliche Bedeutung von xRitter, Tod und 
Teufelx dürfte indefs ein Zweifel kaum obwalten. Auch 
nach den nächften künfilerifchen Abiichten Dürers fragen 
wir nicht umfonft. Darüber geben uns die Vorarbeiten zu 
dem Kupferftiche genauen Auffchlufs. Er Wollte eben vor 
allem ein möglichft gelungenes Reiterbild ausführen, und 
daher nannte er auch nachmals das Blatt für {ich felbft in 
feinem Niederländifchen Tagebuch kurzweg wden Reitern 
Er nahm dazu die RüPcung und Figur des nürnberger 
Reiflgen, den er fchon vor fünfzehn Iahren gezeichnet hatte. 
Konnte er deffen Mähre nicht brauchen, fo hatte er dafür 
das Geheimnifs der Pferdeproportionen im Sinne Verrocchios 
und Lionardos in Italien eingeheimft und darnach mit der 
Feder damals fchon das Reiterbild conftruiert; fogar der 
Hund läuft bereits mit, nur iPc es noch nicht der zottige 
deutfche Hühnerhund des Stiches, fondern eine glatthaarige 
Dogge Doch zeigt das Pferd des Kupferftiches in feinen 
Verhältniffen, in der geraden Nafe und felbft in den Haut- 
falten am Halfe und am Oberfchenkel deutlich die Ver- 
wandtfchaft mit jenem auf dem Standbilde des Balthafar 
Colleoni vor SS. Giovanili e Paolo in Venedig. Nur eine 
wefentliche Verbefferung hat Dürer angebracht. Seine 
früher gezeichneten Pferde, wie die plaftifchen der italienifchen 
Frührenaiffance, fetzen beim Ausfchreiten beide Hinterfüfse
        

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