Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654872
224 
XVI. 
Reformation. 
Die 
Freund bei feinen gelehrten Unternehmungen. Dafür ging 
ihm diefer bei feinen litterarifchen Verfuchen an die Hand 
und nahm gerne die Widmung feiner Bücher entgegen. 
Und Pirkheimer wieder widmete Dürern nachmals am 
I. September 1527 feine Ausgabe und lateinifche Ueber- 
fetzung der ßEthifCllell Charakterex von Theophraftus aus 
Erefo 1): Er hätte das Büchlein in griechifcher Sprache einft 
von dem hochgelehrten Fürflen, dem jüngeren Pikus von 
Mirandula, feinem beften Freunde, zum Gefchenke erhalten. 
vNun aberr, fahrt er fort, vweihe ich es griechich und 
lateinifch Dir, gleichfalls meinem beften Freunde    Du 
aber, mein Albrecht, nimm diefe gefchriebene Malerei des 
Theophraftus freundlich hin, und wenn Du fie nicht mit dem 
Pinfel nachzuahmen vermagft, fo erwäge fie wenigftens 
forgfam im Gemüthel Denn abgefehen davon, dafs fie Dir 
nicht wenig zu Nutz und Frommen gereichen mag, wird 
fie Dir auch reichlichen Stoff zum Lachen gewähren und 
Dich vielfach ergötzen können. Lebe wohlla 
Damit fcheint mir die geiftige Richtung gekennzeichnet, 
die in diefem erlefenen Freundeskreife herrfchte, bevor noch 
das Auftreten Luthers ihre ganze Aufmerkfamkeit feffelte. 
Sie arbeiteten zufammen an der Erforfchung des Menfchen 
 des Menfchen in feiner äufseren Erfcheinung, wie in feinen 
geiftigen Anlagen. Indefs Dürer raftlos bemüht war, die 
äufseren Verhältniffe und das Wachsthum des menfchlichen 
Körpers zu ergründen, unterftützten ihn die gelehrten Freunde 
auch in der Erfaffung der inneren Welt des Menfchen, in 
der Seelenmalerei. Nachdem er fich bis zum Jahre 1513 
in den ergreifendften Darftellungen vom Leben und Leiden 
1) (äempgriazav xaguxzrfgs; cum 
interpret. latina per Bilibaldum Pirck- 
eymherum, Norimbergae per jo. Pe- 
treium Anno MDXXVII; abgedruckt 
in: Opera Pirkheimeri, ed_ M. Gold- 
aß, 212. Ueberfetzt in: Dürers Briefe 
182: Lepidum hunc libellum, a le- 
pido quondam mihi amico donatum, 
tibi, mi lepidissime Alberte, dono 
dare cnnstitui, non solum ob amici- 
tiam nostram mutuarn, sed quoniam 
pingendi arte admoduln praecellis, 
cerneres etialn, quam aHabre senex 
ille et sapiens Theophrastus humanas 
affectiones depingere novisset etc.
        

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