Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654845
Spengler, 
Pirkheimer und 
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Strömung der neuen Ideen zunächft empfunden ward und 
am früheften Geftalt gewann. 
Der Dritte im Bunde war die längfte Zeit der fcharf- 
kantige Lazarus Spengler, der eigentliche Reformator von 
Nürnberg, der Dichter des Kirchenliedes: wDurch Adams 
Fall ift ganz verderbtr etc., wein Jurift unter den Theologen 
und ein Theologe unter den Juriftena. Geboren im Jahre 
1479 hatite er in Leipzig ftudiert und war feit 1507 Raths- 
fchreiber und Syndicus und als folcher dreifsig Jahre lang 
eine der mafsgebenden Perfönlichkeiten der Reichsfladt. Er 
wohnte in Dürers Nachbarfchaft in der Zifselgaffe. Als 
Spengler im Jahre 1514 die Lebensgefchichte des heiligen 
Hieronymus aus dem Eufebius in's Deutfche überfetzt heraus- 
gab, lieferte ihm Dürer dazu den fchönen Holzfchnitt: 
Hieronymus in der Felfenhöhle fitzend und fchreibend 1). 
Hinwiederum widmet ihm Lazarus Spengler um das Jahr 
1520 feine ßErmahnung und Unterweifung zu einem tugend- 
haften Wandeh i), als feinem ßbefonderen, vertrauten und 
brüderlichen Freundea. Er verfichert Dürer darin, dafs er 
ihn v- ohne Schmeicheleien zu fchreiben  als einen ver- 
ftändigen, der Ehrbarkeit und guten Tugenden zugeneigten 
Mann kenne, der ihm auch in ihrer beider täglichem, ver- 
traulichem Zufammenfein zu vielen malen und in nicht 
geringem Mafse Triebfeder und Vorbild zu einem um fo 
behutfameren Wandel gewefen feir; er bittet ihn das Büch- 
lein nach feinem Verftändniffe zu verbeffern und ihn, wie 
bisher, für feinen Freund und Bruder zu halten. 
Pirkheimer hatte bei feinen gelehrten Publicationen 
auch fo manches artiftifche Bedürfnifs, deffen Befriedigung 
1) Bartfch u3;-Heller 1845; Ret- 
berg 197; das Blatt trägt die Jahres- 
zahl 1512, Ein zweiter Ausfchnitt 
deffelben diente zu einem Flugblatte 
mit lateinifchem und deutfchem Texte 
gedruckt von Hans Glafer zu Nürn- 
berg. Diefer unxerfcheidet flCh von 
jenem Holzßocke faPc nur durch die 
oben in der Mitte herabhängende 
Ranke des Gefiräuches, die hier nicht 
ganz bis zu dem Gebirge des Hinter- 
grundes herabreicht, 
2) Nach der feltenen Originalaus- 
gabe 1830 von Campe in Nürnberg 
abgedruckt; die Widmung überfetzt 
in Dürers Briefe, I72.
        

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