Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654780
Heimreife. 
Gefchenke. 
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lernen, in welchem flCh Dürer daheim bewegte; und da fehen 
wir allerdings, dal's es die gewähltefte Gefellfchaft Nürn- 
bergs war. Zunächft Caspar Nützel, der Ruhm diefes alten 
Gefchlechtes und bald der mächtigfte Mann der Republik; 
er ward damals Obriiter Hauptmann und drei Jahre fpäter 
zweiter Lofunger; dann deffen rüftige Frau Clara, die ihm 
nicht weniger als 21 Kinder gebar. NVilibald Pirkheimer 
und feine beiden verheiratheten Töchter, die fchon genannte 
Felicitas und Barbara, die Frau des Bernhard Straub aus 
Leipzig. Lazarus Spengler, der Rathfchreiber, deffen Bruder 
und ihre beiden Frauen. Eine Löffelholzin, vermuthlich 
Katharine, die Frau des angefehenen Patriziers Thomas 
Löffelholz, eine geborene Rummel und Schwefter von Dürers 
Schwiegermutter. Der junge Rathsherr Chrifioph Coler und 
deffen Gemahlin, eine Rieterin und Nichte von Pirkheimers 
verftorbener Frau; von ihrem Sohne Paulus Coler erwarb 
Wilibald lmhoff nachmals DürerTche Zeichnungen. Endlich 
die angefehenen Rathsherrn und Septemvirn Jakob Muffel 
und Hieronymus Holzfchuher, deren Bildniffe Dürer 1526 
malte. 
Noch vom Jahre 1521 aber befitzen wir ein Porträt 
von Dürer in Oel auf Holz gemalt; nach dem überein- 
{iimmenden Zeugniffe von Mündler und Waagen das fchönfte 
von Dürers bekannten Bildniffen. Das Bildnifs des beleibten 
Mannes in fchwarzem, pelzverbrämten Rocke, den Kopf mit 
einem breitkrempigen Hute bedeckt, in der Hand eine 
Papierrolle, befindet {ich im königlichen Mixfeum zu Madrid. 
Es ift eine vollendete Kupferftecherarbeit, wie mit der Lupe 
ausgeführt und doch bei der itärkften Vergröfserung noch 
fcharf und gediegen erfcheinend, dabei aber breit und voll 
in der Wirkung  das Leben felbfl! In den Augen und 
in dem Munde liegt eine unbändige Thatkraft, Charakter- 
feftigkeit und Entlchloffenheit, für zarte Eindrücke fcheint 
aller Raum zu fehlen. Haar, Pelz, Hände, das Papier, das 
er in der Linken hält, alles ift mit gleicher Schärfe aus- 
geführt. Nur die rechte Hand, von der nichts als die Finger
        

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