Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654776
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Die 
Niederländifche Reife. 
am 1. Juli I 521, dem Vorabencle feiner beabfichtigten Abreife, 
liefs er {ich von dem jungen Alexander Imhoff zu Antwerpen 
noch den Reit, der die Schuld auf volle hundert Gulden 
abrundete, auszahlen. Darüber gab er einen Wechfel, der 
ihm in Nürnberg zur Zahlung präfentiert werden follte. 
Auch die Güterballen, welche Dürer vorausgefanclt hatte, 
gingen an den Chef des Haufes, Hans Imhoff den Aelteren, 
nach Nürnberg. Dürer ftand feit langen Jahren im Verkehr 
mit den Imhoff. Mehr noch als die Kunftliebe diefer Familie 
mag Wilibald Pirkheimers Zwifchenftellting diefen Verkehr 
eingeleitet haben, denn die nahen Beziehungen zwifchen den 
beiden Patrizierhäufern waren noch viel älter. Schon als 
Wilibalds Vater in Eichiiädt abwefend war, beforgte das 
damalige Haupt der Familie Imhoff, jener Hans, der das 
Weihbrodgehäufe von Adam Kraft geftiftet hat, deffen 
Gefchäfte in Nürnberg, und verwaltete fo auch jenes Haus, 
in welchem Dürer geboren ward. Unter feinem Sohne und 
Nachfolger, dem hier genannten Hans dem Aelteren, knüpfte 
{ich das Verhältnifs noch inniger, als die Lieblingstochter 
Wilibald Pirkheimers Felicitas am 23. Januar 1515 deffeil 
gleichnamigen Sohn Hans den Jüngeren heirathete. Leicht 
ward Dürer in diefe Freundfchaft mit einbezogen: er fiand 
Pathe bei dem erftgeborenen Sohne aus jener Ehe, Hiero- 
nymus, geb. 1518, geft. 1571. Das ift das Pathenkincl, für 
welches Dürer in Antwerpen das zierliche Scharlach-Barret 
kaufU). 
Ueberhaupt iPc das Verzeichnifs der Gefchenke, welche 
Dürer aus Antwerpen mitbringt, darum von Wichtigkeit 
für uns, weil wir aus deren Vertheilung den Kreis kennen 
I) Dürers Briefe, 127, 113 u 228, 
nicht der zweitgeborene Wilibalcß der 
nachrnalige Dürerfammler, wie ich in 
Ermangelung archivalifcher Nach- 
richten damals vermuthete. Seitdem 
gewährte mir Freiherr G. Imhof 
Einblick in eine von ihm vorbereitete, 
aus dem Familienarchive gefchöpfte 
Gefchichte feines Haufes. Darnach 
enthalten namentlich die Haushal- 
tungsbücher Hans Imhoffs des Aelteren 
und des Jüngeren einige fchätzbare 
Nachrichten über Dürer,
        

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