Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654756
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Niederländifche Reife. 
Die 
Bankett, das fie ihm am folgenden Tage gaben. Und als 
König Chriftian am 7. Juli die Höflichkeit erwiederte und 
feinen hohen Verwandten auch ein grofses Bankett gab, da 
lud er auch Dürer ein und diefer nahm an dem Mahle theil. 
Indeffen hatte {ich Dürer auch nach einem Maler umgefehen, 
der ihm das Holztäfelchen, Farben und den Farbenreiber 
lieferte, um den dänifchen König noch in Oelfarben abbilden 
zu können. Er erhielt dafür von ihm 30 Gulden. Den 
Maler, Welcher ihm hierbei mit feinem Werkzeuge aushalf, 
nennt Dürer nicht, wohl aber deffen Lehrknaben Bartholo- 
mäus, den Dürer für feine Hilfeleiftung reichlich befchenkte. 
Es kann dies nur der junge Bartholomiitis van Conincxloo 
gewefen fein, und da deffen Familie mit den Orley verwandt 
war, fo dürfte fein Lehrmeifter niemand anderer gewefen 
fein, als Bernhard van Orley. Natürlich hatte Dürer auch 
nicht verfäumt, dem Dänenkönige die bePcen Stücke aus 
feinem Werke zu verehren, die er auf 5 Gulden fchätzte. 
Die Blätter befinden fich noch im königlichen Kupferftichkabinet 
in Kopenhagen. Dagegen blieben die Nachforlchungen nach 
dem von Dürer gemalten Bildniffe des Königs in Dänemark 
bisher ohne Erfolg; es fcheint {ich nicht erhalten zu haben. 
Wohl aber giebt es eine treffliche Radierung von Jakob 
Binck, die nach dem verlorenen Gemälde Dürers gemacht 
fein mufsl). Fait von vorne gefehen und herausblickend 
erfcheint der König in halber Figur hinter einer Brüftung 
fitzend, auf die er feine Hände gelegt hat. Das regelmäfsige, 
aber wüfte und knochige Geflcht mit den weitgefchwungenen, 
bufchigen Brauen und dem reichen Haar- und Bartwuchfe 
ift fein modelliert. Er tragt ein flaches Barett, Pelzfchaube 
und auf die Bruft herabhängend das goldene Vlies. Die 
Eigenthümlichkeiten der Darfiellung, insbefondere die etwas 
Ptarren Augen, die Behandlung der Haar- und Bartlocken, 
I) Von Bartfch, Pcintre-Graveur IV, 
S. 230, als Lautenfack fälfchlich be- 
fchriebexl; und von Paffavalut,  
11, 95, Nr. 137, mit Recht unter J. 
Binck, der königlich dänifcher Por- 
trätmalcl" unter Chriflian III, war.
        

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