Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654710
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Niederländifche Reife. 
Unter den vielen Künfilern, mit denen Dürer zu Ant- 
werpen freundfchaftlich verkehrte, fteht obenan Joachim de 
Patenier. Vielleicht ein Schüler von Gerard David, widmete 
er noch mehr als diefer fein ganzes Studium der Landfchaft, 
fo dafs die kleinen Figuren des Vordergrundes allgemach 
zur Staffage herabfinken, indefs die Ferne durch gefchickte 
Behandlung der Luftperfpective immer reicher und duftiger 
{ich entfaltet. Seiner gefchärften Naturempf-indting konnte 
nicht entgehen, was Dürer fchon in feinen frühen Stichen 
als Landfchafter bedeutete; daher wohl die Ergebenheit, 
mit der ihm Patenier gleich entgegenkam. Und Dürer 
nennt ihn dafür vden guten Landfchaftmalerr  wohl das 
erftemal, dafs das Epitheton, Wort und Begriff überhaupt 
in der Litteratur auftaucht. Dürer hat Joachim de Patenier 
wiederholt porträtiert. Er erwähnt freilich nur einmal, dafs 
er ihn mit dem Stift gezeichnet habe, und diefe Zeichnung 
hat {ich nicht erhalten. Nach derfelben oder nach einer 
anderen Aufnahme von Dürer iPc aber jenes Bruftbild Pateniers 
von I 52 I geftochen, das in Dürers Stecherwerk eingefchmuggelt 
wurde und noch von Bartfch (Nr. 108) befchrieben wird; 
ein fchmachtiger, bartlofer Mann mit wohlwollenden Zügen. 
Die Vorlage einer Zeichnung von Dürers Hand ift unzweifel- 
haft; der Stich ift vermuthlich von Egidius Sadeler. Ein 
anderes vortreffliches Bildnifs Pateniers von Dürer, fait lebens- 
grofs in breitem Klappenhut, mit Naturkreide gleichfalls im 
Jahre 1521 gezeichnet, befindet {ich im grofsherzoglichen 
Mufeum zu Weimar. Joachim feierte damals feine zweite 
Vermählung mit Johanna Noyts am 5. Mai 152i. Es gab 
grofse Hochzeit, und Dürer ward dazu eingeladen und ihm 
alle Ehr' erwiefen. Dort ifah er auch zwei hübfche Schau- 
fpiele aufführen, vbefonders das erfle fehr andächtig und 
geifilicha. Auch von anderen befreundeten Künülern wird 
Dürer oft und wohl nur zu reichlich bewirthet. Später 
erwähnt er noch, dafs er dem Meifler Joachim vier kleine 
St. Chriflophe auf grauem Papier weifs aufgehöht habe. 
Bei der Beliebtheit des Gegenflandes hatten die Zeichnungen
        

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