Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654627
Porträtfkizzen. 
Studien. 
199 
Brandan, welche Dürer mit dem Stift porträtierte, entfpricht 
ohne Zweifel die koiibare Silberfiiftzeichnung in den Uffizien 
zu Florenz, darfiellend eine junge Negerin von vorne gefehen 
in einer eigenthümlichen Haube," darüber von Dürers Hand: 
))l 521 Katharina allt 20 Jara. Dürer pflegte zwar die Por- 
wträte oder andere Zeichnungen, die er auf Verlangen malte, 
den Leuten zu fchenken, aber er erwartete dafür ein Gegen- 
gefchenk und vermerkt es übel, wenn es ihm nicht zu Theil 
wird. Nicht alle feine Bekannten waren fo freigebig, wie 
die Herren aus Portugal. Und gegen Ende feines Aufent- 
haltes in Antwerpen erklärt Dürer gar: vlch hab' fonft hin 
und wieder viel Zeichnungen und anderes den Leuten zu 
gefallen gemacht, aber für den gröfsten Theil meiner Arbeiten 
habe ich nichts erhaltem. 
So manches aber hatte Dürer wieder nur für fxch 
felbft zu Zwecken des Studiums aufgenommen, denn ihn 
trieb auf der Reife auch, wie; es Goethe von fich fagt: vdie 
deutfche Sinnesart und das Verlangen mehr zu lernen und 
zu thun als zu geniefsenr. Er verzeichnet einmal um die 
Iahreswende, dafs er drei Stüber dem Manne gegeben, den 
er gezeichnet habe. Diefer hatte ihm alfo Modell gefeffen. 
Es ifi vielleicht der Greis, von dem fich die berühmte 
lebensgrofse" Pinfelzeichnung in Clairobscur in der Albertina 
befindet. Er hat den von einer Kappe bedeckten Kopf in 
die rechte Hand geitützt und blickt müde nach abwärts. 
Am oberen Rande die Infchrift von Dürers Hand: vDer 
man was alt 93 jor und noch gefunt und fermüglich zw 
antorffr, links I 521 und das Monogramm. Die Modellierung 
des tiefgerunzelten Antlitzes und die weiche Lebendigkeit 
des lang herabwallenden Bartes lind ein wahres Wunder 
der malerifchen Ausführung. Das Papier hat einen eigen- 
thümlichen violetten Grund, deffen {ich Dürer in Antwerpen 
bediente, darauf Tufche und Bleiweifs 1). Da die linke Schulter 
I) Lithographien von F. Krammer. 
Schwache Phototypie nach der Pho- 
tographie in der Gazette des Beaux- 
Arts 187g. I. 81. und in Dürer- 
Quantin 297. Neben dem Originale 
liegt nun auch die täufchende Copie
        

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