Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654461
nach 
Ausflug 
Brüffel. 
183 
ein naher Freund Pirkheimers, der ihm Bücher gewidmet 
hat. In einem Briefe an Pirkheimer preifi ihn auch Ulrich 
von Hutten als reinen überaus gelehrten und beredten 
Mann  er wünfche nur, dafs der Kaifer zehn folche Be- 
rather hättea. Dürer kannte ihn vermuthlich bereits von 
früheren Begegnungen her. Banniüs liefs ihm nun von 
feinem Schreiber die Bittfchrift an den Kaifer auffetzen und 
lud ihn zu Gafte. 
In Brüffel gab es denn auch für Dürer manches Wunder 
zu fehen; fo das vköftliche Rathhaus, grofs mit fchön ge- 
hauenem Mafswerk und mit einem herrlichen, durchfichtigen 
Thurmer , und in der goldenen Kammer dafelbfl die vier 
Gemälde, die der grofse Meifter Rüdiger, d. h. Rogier van 
der Weyden, gemacht hat. Es war dies der grofse Flügel- 
altar mit Beifpielen flrenger Rechtspflege, das Hauptwerk, 
welches Rogier als Maler der Stadt Brüffel ausgeführt hatte 
und das bei der franzöfifchen Belagerung 1695 zu Grunde 
ging. Zumeifl aber wird Dürers Wifsbegierde gefeffelt durch 
v die Dinge, die man dem Könige aus dem neuen Goldlande, 
aus Mexico, gebracht hatte: eine ganz goldene Sonne, eine 
ganze Klafter breit, desgleichen einen ganz filbernen Mond, 
eben fo grofs, zwei Kammern voll Rüflungen der Leute 
dort, desgleichen allerlei Wunderliches von ihren Waffen, 
Harnifchen und Gefchoffen, gar feltfame Kleidung, Bett- 
gewand und allerlei wunderfame Gegenflände zu menfch- 
lichem Gebrauch, was da viel fchöner zu fehen ift, als 
NVunderdinge. Diefe Sachen lind alle fo koftbar gewefen, 
dafs man fie hunderttaufend Gulden werth fchätzt. Ich aber 
habe all" mein' Lebtag" nichts gefehen, das mein Herz fo 
fehr erfreut hätte, wie diefe Dinge, denn ich fah darunter 
wunderbare, kunflvolle Sachen und verwunderte mich über 
die fubtilen Ingenia der Menfchen in fremden Landen. ja 
ich kann gar nicht genug erzählen von den Dingen, die ich 
da vor mir gehabt haber. Unter vielen anderen fchönen 
Dingen, die er zu Brüffel fah, ündet er insbefondere den 
Knochen eines vorweltlichen Riefenthieres fo bemerkens-
        

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