Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652609
mit 
lßlaria 
Schwertlilie, 
25 Gulden läfst auf keine Arbeit erften Ranges fchliefsen. 
Anderfeits deutet wiederum feine Befürchtung, das Bild 
könnte im Haufe Schaden leiden, auf einen ziemlichen Umfang 
der Tafel hin. Das flimmt zur Madonna mit der Schwert- 
lilie in der ftändifchen Galerie zu Prag 1). In einer Landfchaft 
und vor einer zerfallenen Mauer mit einem Rundbogen fitzt 
die faugencle Maria, faft lebensgrofs, angethan mit einem 
hochrothen Gewande und weifsem durchfichtigen Schleier. 
Das Antlitz ift fehr gefällig, der Ausdruck des feligen 
Lächelns weniger geziert, als auf anderen, beffer ausgeführten 
Bildern des Meifters. Der Fleifchton ift fehr licht gehalten, 
wie auch das blonde rechtshin wehende Haar. Dagegen 
ift das Beiwerk und die Umgebung fehr dürftig, breit, ja 
derb gemalt. Unter den Kräutern und Blumen des Vorder- 
grundes macht {ich insbefondere eine grofse Iris bemerkbar, 
die hinter der Madonna emporfteigt; hin und wieder einige 
feiner ausgeführte Schmetterlinge. Auf der Mauer rückwärts 
befand {ich früher das Monogramm mit der Jahreszahl I 508. 
Gegenwärtig ift _das Atelierbild fehr fchadhaft, insbefondere 
längs der fenkrechten Bretterfugen; es befremdet durch 
feine rauhe, dürre OberHäche mit bräunlichen Tinten und 
fchwarzen Flecken. Ein breit und trefflich behandeltes 
Aquarellbild einer blauen Schwertlilie in Naturgröfse in der 
Kunfthalle zu Bremen könnte als Vorftudium für das Wahr- 
zeichen diefes Gemäldes gedient haben. 
Die Madonna mit der Schwertlilie tritt jedenfalls völlig 
in den Hintergrund vor einem anderen Marienbilde, welchem 
Dürer damals feine ganze Sorgfalt zuwandte. Es ift die 
Himmelfahrt Mariens, das Mittelitück jenes Altares, den 
Dürer für Jakob Heller in Frankfurt a. M. ausführte und 
über welchen uns die mit dem Belteller gewechfelten neun 
Briefe Dürers noch merkwürdige Auffchlüffe geben  Jakob 
I) Vom Fürüen A. Lobkowitz 
dahin gefliftet; im j. 1821 im Be- 
ßtze Felfenbergs in Wien, (Flehe 
Heller a, a, O. 260, g); auf Holz 
faft 5 Schuh hoch, 4 Schuh breit. 
Eine wenig getreue, große Litho- 
graphie darnach von F. Schrotzberg. 
2) Vergl. Dürers Briefe 24 und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.