Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1654116
153 
XIV. 
den 
Dienfien 
des 
Kaifers. 
Nach diefer Zeichnung und genau in der gleichen Gröfse 
find die beiden Holzfchnitte mit dem Bruftbilde Maximilians 
gefertigt. Der eine zeigt blos zu Häupten des Bildniffes 
einen Schriftzettel mit den zwei Zeilen: Imperator Caefar 
Divus Maximilianus etcJ). Der andere zeigt das Bildnifs 
in reicher Einfaffung, zwifchen zwei verzierten Säulen, auf 
deren Knäufen Greifen das kaiferliche Wappen halten und 
die Abzeichen aus der Kette des goldenen Vliefses. Es 
iPt eine Verherrlichung des Kaifers nach feinem Tode, daher 
unten die Schrift: wDer Teür Fürit Kayfer Maximilianus 
iPc auff den XII. tag des jenners feins alters Im LIX. Jar 
feligklich von dyfer Zeyt gefchaiden Anno domini 151964 
Nach derfelben Zeichnung gemalt und gleichfalls erPc im 
]ahre 1519 entftanden ift das Oelbildnifs des Kaifers in der 
kaiferlichen Galerie zu Wien. Nur erfcheint er hier in halber 
Figur, die Haare ergraut, in der linken Hand den Granat- 
apfel, das von ihm erkorene Symbol des Ueberfiuffes, haltend. 
Die Schaube iPr lackroth, der Kragen von Zobelpelz, der 
Hut fchwarzer Sammt, das Medaillon auf der Krämpe ent- 
hält, fo wie im I-lolzfchnitte, ein Marienbild. Auf dem tief- 
grünen Grunde eine lange lnfchrift in Dürers Renaiffance- 
Capitalen mit dem Segenfpruche am Schluffe: wdafs ihn 
Gott der Allmächtige in die Zahl der Seligen aufnehmen 
mögea 2). Das Gemälde ift leidlich gut erhalten; es war 
wohl fchon urfprünglich von tiefer, matter Färbung; die 
I) Auch davon giebt es zwei Aus- 
fchnitte; auf dem befferen umfchliefst 
der Anfangsbuchftabe von Caefar 
die beiden folgenden Lettern; Bartfch 
154, Retberg 231. 
2) vPotentissimvs maximvs et in- 
victissimvs Cmsar Maximilianvs qui 
cvnctos svi temporis reges et prin- 
cipes ivsticia prvdencia magnanimi- 
tate liberalitate praecipve vero bellica 
lavde et animi fortidvdine svperavit 
natvs est anno salvtis hvmanae 
MCCCCLIV. die Nlarcii IX, vixit an- 
nos LIX menses IX dies XXV de- 
cessit vero anno MDXIX mensis Ja- 
nvarii die X11, qvem devs opt. max, 
in nvmervm vivencivm referre velita, 
 Darunter 1519 und das echte 
Monogramm, Links oben in der 
Ecke in Gold der kaiferliche Adler 
mit dem öfterreichifchen Herzfchild, 
eingefchloffen von der goldenenVliefs- 
kette. Eine Copie mit rothem Gewande 
in Wafferfarben im Germanifchen Mu- 
feum zu Nürnberg, eine andere in 
Oel auf dem Rathhaufe dafellafii.
        

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