Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653916
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XIV. 
den Dienften 
In 
Kaifers. 
des 
ein wenig linkshin gewandt, energifch, beinahe fiarr gerade- 
hin blickend  etwas vorfiehendes Kinn, breiter Mund, 
eine einfache fchwarze Kappe, anliegendes fchwarzes Ge- 
wand  wie es fcheint, ein Geiitlicher. Auf dem tiefgrünen 
Hintergrunde lichtgelb das echte Monogramm mit 1516. 
Das Fleifch ift bräunlich, mit grauen Schatten und auf- 
gefetzten Lichtern modellirt, die Haare blofs durch einige 
feine Linien belebt; keine Spur vom alten Farbenglanze! 
Das Bildnifs, fait "lebensgrofs, befindet fich in der Galerie 
des Grafen Czernin in Wien. hVohl fchon aus früherer Zeit 
flammt das jetzt in feinem troftlofen Zuilande kaum zu 
datierende, unbezeichnete Bildnifs eines bartlofen, kränklichen, 
etwa 4Ojährigen Mannes, vermuthlich eines Gelehrten, in der 
Pefier Landesgalerie. Es iil ein knochiges, breites Geficht 
mit hoher Stirne, weitgefchwungenen, etwas geknickt auf- 
gezogenen Brauen und kleinen, braunen, müden, ein wenig 
linkshin blickenden Augen; die Nafe kurz, die Lippen fein 
und ein wenig fchief gefchnitten, was ihm einen witzigen, 
heiter verftändigen Ausdruck verleiht. Die fpärlichen blonden 
Haare find in ein Netz mit dichten Mafchen und bunter 
Einfaffungsfchnur gefafst. Die Schultern bedeckt eine 
fchwarze Damafifchaube mit fchwarzem, wolligen Pelzkragen, 
der {ich fo wie der blaffe Kopf fcharf von dem rothen 
Hintergrunde abhebt. Die in meiner Gegenwart vorge- 
nommene Entfernung fiarker Uebermalung erwies, dafs das 
Bild völlig und bis auf den Temperagrund abgerieben fei. 
Es flammt aus kaiferlichem BeIitz. 
 Eine Madonna mit dem nackten Kinde von 1518 ifi 
aus der Galerie des Marchese Gino Capponi in Florenz in 
das königliche Mufeum von Berlin übergegangen und nun von 
der früher fait vollftändigen Uebermalung befreit, ohne aber 
dadurch an Gefälligkeit gewonnen zu haben. Maria, Büfte 
lebensgrofs, im rofenrothen Hauskleide und mit aufgelöitem 
Haar blickt lächelnd auf das Kind herab, das offenen Mundes 
die Achfeln zufammenzieht, als ob es fröre. Von Händen 
erfcheint blos die linke des Kindes mit einer jetzt braunen
        

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