Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653902
Hans 
S pringinklee. 
133 
zahl 15161). Das Blatt zierte zuerft das Eichfiädter Miffale, 
gedruckt zu Nürnberg von Hieronymus Hölzel 1517, fodann 
das alte Teftament Luthers bei Friedrich Peypus 1524, zu- 
gleich mit dem grofsen Holzfchilitte von Springinklee, dar- 
fiellend die Erfchaffung Adams. Diefem gehört zuverflcht- 
lich auch der heilige Wilibald, ein Holzfchnitt im Eichflädter 
Miffale an, den man auch Dürer zugefchrieben hat i). Aufset- 
dem f1nd von Springinklee nur noch einige Holzfclnxitte 
bekannt, darunter eine Apoftelfolge von 1520 bis 15213). 
Springinklee hat aber auch gemalt, und es mag fchwer halten, 
feine Malereien oder Zeichnungen von den fchwächeren 
Arbeiten Dürers zu unterfcheiden. 
je mehr Dürer durch die Aufträge des Kaifers in An- 
fpruch genommen und vorwiegend auf die Püege des Holz- 
fchnittes hingewiefen war, defto mehr vernachläffigte er feine 
Maltechnik. In die jahre 1513 bis 1520 fallen denn die 
fchwächften Producte feines Pinfels, und es ift ganz begreif- 
lich, dafs man im Hinblicke auf die vorangegangenen Meifler- 
werke ftets geneigt war, die Echtheit der Wenigen Gemälde, 
welche in diefen Zeitraum fallen, zu bezweifeln. Die bellen 
darunter f1nd noch die Lucretia von 1518 und das übrigens 
zweifelhafte Hldnifs Michel Wolgemuts von 1516; und dies 
erklärt flch daraus, dafs die Vorarbeiten zu beiden bereits 
in die frühere Periode fallen 4). Daran fchliefst {ich das 
Bruftbild eines Mannes in mittleren Jahren, ohne Bart mit 
blonden, über die Ohren herabhängenden fchlichten Haaren, 
I) Bartfch 56, Heller 1633. Kunfl- 
blatt VOn 1845. S. 227. 
z) Paffavant 189; Heller 2032; 
Retberg A. 64. 
3) Bartfch 52ff, Sie kommen vor 
in dem Büchlein: wDie zwölf Artikel 
des chrißlichen Glaubens 1539 gedr. 
zu Nürnberg bei Leonhart Milchtaler, 
4) Vergl. oben S. 36 u. 1. S. 93, 
Ich kann hier nicht verfchweigen, 
dal's auf dem Porträte Wolgemuts in 
München an der Jahreszahl 1516 
deutlich zu fehen ifl, dafs an Stelle 
der zweiten I urfprünglich eine 0 
geftanden habe. Dies ifl: um fo auf- 
fallender, als die Zeichnung zu dem 
Bilde in der Albertina auf jenem 
Venetianifchen Papiere ausgeführt ifl, 
deffen {ich Dürer in dem Jahre 1506 
bediente, Damals aber war er in 
Venedig! Es fehlen mit bisher ge- 
nügende Anhaltspunkte zur Löfung 
diefer WVidex-fprüche.
        

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