Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653758
118 
XIV. 
Dienüen 
den 
Kaifers. 
des 
Dürer hielt dem Kaifer Wort. Auch ohne alle Ent- 
lohnung war er ileifsig bei der Arbeit. Bereits im Jahre 
1515 war der erPte Theil des coloffalen Werkes in der 
Zeichnung für die Holzfchneider vollendet. Die Ehrenpforte 
(B. 138) belteht aus 92 Holzftöcken; die Abdrücke zufammen- 
gefetzt, niifst das Blatt 101], Schuh Höhe, 9 Schuh Breite. 
In einer langen Befchreibung und Erklärung, welche unten 
anzufügen ift, belehrt uns Stabius, ßdie Pforte der Ehren 
des Kaifers Maximilian fei in der Gelialt von ihm auf- 
gerichtet, wie vor alten Zeiten die Arcus triumphales den 
Römifchen Kaifern in der Stadt Rom, deren etliche zer- 
brochen ünd und etliche noch gefehen werdeni. Das alfo 
war die Abficht des Gelehrten und des Künftlers, und das 
ift bemerkenswerth, wenn wir auch durch das fertige Künft- 
Werk Dürers fchwerlich an einen römifchen Triumphbogen 
erinnert werden. Das Ganze hat vielmehr die hohe {teile 
Giebelform des deutfchen Renaiffancehaufes; die beiden 
Rundthürme zu äufserft an den Seiten, umwunden von 
Spruchbändern, erinnern an die Treppenthürme an den 
Ecken franzöflfcher und deutfcher Schlöffer; die Kuppeln 
und Lunetten aber, mit denen der pyramidifche Aufbau 
oben abgefchloffen und gekrönt wird, können ihre Herkunft 
von venetianifchen Vorbildern nicht verlaugnen. Entfprechend 
der hochauflirebenden Grundform {ind auch die drei Pforten, 
die {ich unten öffnen, ziemlich enge; zwifchen und über ihnen 
bleibt dann noch fehr viel Raum für den Ueberfchwall von 
gelehrteni und künftlerifchem Zierrath. Das gröfste, mittlere 
Hauptthor ift xdie Pforte der Ehre und der lVlachtr, über 
ihr hängt, einem Kleinode gleich, die reizende Fortuna unferer 
Initiale, die Kaiferkrone hinabhaltend. Darüber ift das Wand- 
feld mit dem Stammbaume des erlauchten Haufes Oefter- 
reich gefchmückt, zu oberfl der Kaifer felbft thronend, 
umfchwebt von vielen Siegesgenien, und darunter feine 
Nachkommen, ein jeder den Granatapfel, das Zeichen des 
Ueberfluffes und Maximilians Sinnbild, in der Hand haltend. 
Auf den zu beiden Seiten auffteigenden Leiften die 102 Wappen
        

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