Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653727
Maximilian 
Nürnberg, 
115 
hatte ihn einen vldeologene genannt, David Straufs einen 
x-Romantiker auf dem Thron der Caefarena. Max war eine 
durch und durch poetifche Natur. Was ihm in feinen vielen 
Kriegen und Staatshändeln an wirklichen Erfolgen abging, 
das erfetzte er durch eine glückliche, an dem Vollgefühle 
feiner erhabenen Weltftellung genährte Phantafle. Seine 
ausgefprochene Kunftliebe fand dadurch immer neue Nahrung. 
Er war unermüdlich in der Schilderung feiner welthiftorifchen 
Erlebniffe in Schrift und Bild. Sie follte nicht blos den 
Gelehrten feines Hofes überlaffen bleiben. Der Kaifer febPc 
fchrieb oder dictierte dazu Entwürfe und Verfe. Nach 
feinen eigenen Angaben zeichnete Hans Burgkmair die 
245 Holzfchnitte zum Weifskuning und fchrieb fein Geheim- 
fchreiber Marx Treytz-Saurwein die Erklärung dazu. Melchior 
Pfmtzing, der Probft zu St. Sebald in Nürnberg, dichtete in 
demfelben Sinne den Theuerdank nach, zu Welchem Hans 
Schäufelein die 118 Holzftöcke, der Buchdrucker Schöns- 
perger in Augsburg in den Ausgaben von 1517 und 1519 
die fchön gefchnittenen gothifchen Lettern lieferte l). Diefe 
Ruhmbegierde, die unbefangene Freude an der Verherr- 
lichung der eigenen Perfönlichkeit kennzeichnet Kaifer Max 
Wiederum ganz als ein Kind feines Zeitalters. Niemand ift 
ihm in diefer Beziehung fo wahlverwandt, wie fein Maler 
Albrecht Dürer. 
Dürer follte denn auch der Löwenantheil an den Auf- 
trägen des Kaifers zufallen. Es galt eine Publication, die 
alle anderen und alles, was der Formfchnitt bisher geleiflet 
hatte, an Reichthum und Gröfse übertreffen follte. Die 
gelehrten Rathgeber des Kaifers hatten mit der Herbei- 
fchaffung des hiflorifchen Materiales vollauf zu thun. Sie 
überboten fxch in kühnen Erfindungen, in fpitzfindigen Alle- 
gorien und Anfpielungen. Der künfllerifchen Darflellung 
Ward dabei das Unglaublichfce zugemuthet. Das ganze 
I) Ueber die Schriften Maximilians 
und die Ausgaben der illuftrierten 
Bücher vergl. Mofel, Gefchichte 
k. k. Hofbibliothek, 16H", 
3x 
der
        

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