Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652547
Adam und 
V01] 
Eva 
1507. 
dem venetianifchen Papier etwa in dreiviertel Lebensgröfse. 
Auch italienifche Kunftwerke mögen auf Dürers neue Auf- 
fafftlng von Adam und Eva Einflufs geübt haben. So 
zeigen z. B. die beiden Standbilder von Antonio Bregni, 
genannt Rizzi, im Hofe des Dogenpalaftes gegenüber der 
Riefentreppe in Formen und Empündung gerade dort 
Analogien mit Dürers Gemälde, wo daffelbe von dem älteren 
Kupferfliche abweicht, z. B. in der fchlankeren, fpindel- 
förmigen Geftalt der Eva, in dem emporblickenden Adam 
mit geöffneten Lippen, was immerhin auf einen, wenn auch 
nur mittelbaren Einilufs jener Marmorbilder fchliefsen läfst. 
Das Doppelbild _Dürers beündet {ich gegenwärtig in 
der Galerie Pitti zu Florenz. Alte Copien darnach befitzen 
die Mufeen zu Madrid und zu Mainz. Obwohl das Original 
keinerlei Bezeichnung und kein Datum aufweift und nur die 
beiden Copien mit Diirers Namen und der Jahreszahl 1507 
bezeichnet find, fo verdient Sandrarts Nachricht, dafs das 
Original in jenem Jahre gemalt worden fei, doch vollfie 
Glaubwürdigkeit. Es befand fich das XVI. Jahrhundert 
hindurch auf dem Nürnberger Rathhaufe und kam von dort 
in die Kunftkammer Kaifer Rudolfs IIJ). 
Dürers Adam und Eva von 1507 lind die vollendetflen 
nackten Menfchengeftalten, welche die Kunft des Nordens 
bis dahin hervorgebracht hat. Die Stellung Adams ift 
l) In dem Verzeichniffe derfelben 
erwähnt: nZWO fchöne große Taffeln, 
darauf Adam und Eva von Albrecht 
Dürernu. Berichte des Wiener Alter- 
thumvereins 1864, VII, 109, Das 
Mainzer Exemplar ift eine, vermuth- 
lich von Juvenel angefertigte Erfatz- 
copie, von den Franzofen 1796 in 
Nürnberg weggenommen und fodann 
nach Mainz gebracht. Vergl. Heller 
a. a. O. 188, 21 1 u. 239. O. Münd- 
ler, Beiträge zu Burckhardts Cicerone, 
Jahrb. f. Kunflw. II. 284. Will, 
Gelehrten-Lexicon, 1755. I. 298, er- 
wähnt des Bildes noch auf dem 
Nürnberger Rathhaufe: n welches Stück 
1200 Rth. gekoftet hat, bis es an 
Ort und Stelle kamu ohne Angabe 
feiner Quelle und obwohl damals 
gewifs nur noch die Copie dort war. 
Das Original iit gefiochen von Calzi 
und Ferretti in der Galleria Pitti des 
Luigi Bardi, Firenze 1840. III. 'l'af. 
38 u. 39 unter Lucas Cranachs Na- 
men. Eine Reduction des Doppel- 
bildes giebt unfere Initiale an der 
Spitze des Capitels, 
I a-
        

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