Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653606
Ca1nerarius' Schilderung. 
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einzelt hinitellte, die vereinigt einander derart entfprachen, 
dafs nichts beffer hatte zufammenpaffen können. So voll- 
Prändig war der Geift des einzigen Künftlers ausgeftattet 
mit allem Wiffen, wie mit dem Verftändniffe der Wirklich- 
keit und des Einklanges der Theile unter fich, fo lenkte 
und meifterte er die Hand und liefs f1e vertrauend feinem 
Geheifse folgen ohne irgend welche Hilfsmittel l). Gleicher 
Art war feine Fertigkeit in der Handhabung des Pinfels, 
mit dem er ohne irgend eine Vorzeichnung die feinften 
Dinge auf die Leinwand oder die Holztafel hinfchrieb, fo 
dafs nichts daran zu tadeln war, vielmehr alles des höchften 
Lobes würdig befunden wurde. Am meiften bewunderten 
das die berühmteften Maler, denen bei ihrer Erfahrung in 
der Sache die Schwierigkeit derfelben nicht unbekannt 
Wäre 2), 
Nun folgt die oben bereits angezogene Anekdote mit 
Giovanni Bellini und die Nachricht von der Hochachtung, 
welche Dürer für Andrea Mantegna hegte, wie von feinem 
fchmerzlichen Bedauern, dafs es ihm nicht mehr vergönnt 
war, diefen Wiederherfteller der Malerei perfönlich kennen 
zu lernen. ßDenn obwohl Albrecht fo hoch ftand, flrebte 
er doch in feinem grofsen, erhabenen Geifte immer noc-h 
nach etwas Höheremq 3). wlm Uebrigen zeigt {ich in feinen 
Werken nichts Ungeziemendes, nichts Entwürdigendes, denn 
alles das lag feinem reinen Gemüthe fern. Wie fehr war 
I) In quo hoc profecto legentibus 
incredibile futurum prospicio, distan- 
tissimas non solum argumenti sed et 
corporum partes instituisse nonnun- 
quam, quae coniunctae ita inter se 
convenirent, ut aptius fieri nihil po- 
tuisset. Nimirum ita mens artiticis 
singularis instructa omni cognitione 
et intelligentia veritatis consensusque 
inter se partium, ipsa moderabatur 
ac regebat manum, iubebatque sibi 
absque ullis adminiculis Hdere. 
2) Similis erat promptitudo peni- 
culum tenentis, quo minutissilna quo- 
que in linteo tabellave perscribebat, 
nulla designatione praemissa, sic ut 
non culpari modo posset nihil, sed 
laudem etiam omnia summam inveni- 
rent. Maxime admirabile fuit hoc 
laudatissimis pictoribus, quibus in illa 
re versatis plurimum, difücultas non 
esset ignota. 
3) Quamvis enim Albertus summus 
esset, tamen aliquid animo suo magno 
et excelso supra concupiscebat sempelg
        

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