Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1648644
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Familie. 
Die 
Von der Kunftthätigkeit Albrecht Dürers des Aelteren 
iit leider nichts bekannt. Wir wiffen blos, dafs er von 
1486 bis zu feinem Tode einen Kramladen neben dem 
Rathhaufe inne hatte, für welchen er dem Zinsmeifier der 
Stadt jährlich fünf Gulden entrichtete. Dafür berichtet der 
befte Sohn weiter von ihm: rEr hat von männiglich, die 
ihn gekannt haben, ein gutes Lob gehabt, denn er führte 
ein ehrbar, chriftlich Leben, war ein geduldiger Mann, fanft- 
müthig, gegen Jedermann friedfam und ftets dankbar gegen 
Gott. Er hat auch für {ich nicht viel weltlicher Freuden 
bedurft; er war von wenig Worten, hatte nicht viel Gefell- 
fchaft, und war ein gottesfürchtiger Mann. Diefer mein 
lieber Vater hatte grofsen Fleifs auf feine Kinder, fie auf 
die Ehre Gottes zu ziehen, denn fein höchft Begehren war, 
clafs er feine Kinder mit Zucht wohl aufbrächt", damit fle 
vor Gott und den Menfchen angenehm würden; darum war 
fein' täglich" Sprach zu uns, dafs wir Gott lieb haben follten 
und treulich gegen unfere Nächßen handelna. 
So wie Dürer hier den Vater in Worten fchildert, hat 
er ihn auch zweimal gemalt. Das eine mal am Ende feiner 
Lehrzeit, bevor er feine Wanderfchaft antrat, als hätte er 
dem Alten Rechenfchaft geben wollen über das, was er 
gelernt. Das Bildnifs befindet {ich gegenwärtig in der Galerie 
der Uffizien in Florenz. Auf dem dunkelgrünen Grunde er- 
fcheint der alte Meifter etwas linkshin gewandt, angethan 
mit fchwarzer Kappe und Jacke und einem braunen Ueber- 
kleide. Das Geficht und die Hände, welche einen rothen 
Rofenkranz halten, find von wunderbarer Lebendigkeit, der 
Ausdruck ifi: von würdigem Ernlt und wohlthuender Ruhe, 
um den Mund ein kräftiger Zug von Entfchloffenheit; im 
ganzen ein KOpf, der die Welt mit kleinen zwar, aber mit 
klugen, hellen Augen anfieht und deffen fcharfer Blick auch 
noch planend in die Zukunft fchaut. Ueber eine gewiffe 
Regelmäßigkeit hinaus finden fich in den rundlich zufarnmen- 
gefchloffenen Zügen wenig Spuren einer Aehnlichkeit mit 
dem offenen, länglichen Antlitze Dürers, des Sohnes. Die
        

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