Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1648617
Geburt. 
41 
Albrecht Dürer der Aeltere, wie er zum Unterfchiede 
von feinem grofsen Sohne fpäter genannt wurde, bewohnte 
damals das nach der Winklerftrafse fehende Hofgebärxde in 
dem Haufe des Patriziers Johann Pirkheimer auf dem Herren- 
markte, gegenüber dem fchönen Brunnen und der F rauen- 
kirche. Wieder führte das Gefchick die Namen Dürer und 
Pirkheimer in einem bedeutfamen Momente zufammen. Wir 
haben den Hausherrn bereits als einen warmen Gönner der 
neuen claffifchen Studien kennen gelernt. War er vor 
allen bemüht, deren Pflege in feiner Vaterftadt einzubürgern, 
fo bereitete er denfelben auch im eigenen Haufe eine Stätte. 
Wie er für die Erziehung feiner Kinder forgte, zeigt nicht 
blos die Gefchichte feines berühmten Sohnes Wilibald, 
fondern auch die Bildung feiner Töchter Charitas und Clara, 
die als Schweitern und fpäter nach einander Aebtiffinnen 
des St. Claraklofters ihr Latein gar wohl zu brauchen 
wufsten und mit den erflen Männern ihrer Zeit, wie mit 
Erasmus von Rotterdam und Konrad Celtes, in Briefwechfel 
itanden. Am 5. Decenlber 1470 ward dem reichen patri- 
zifchen Hausherren als bifchöflichem Rathe zu Eichftädt 
der einzige, gewifs fehnlichft erwartete Sohn geboren, und 
am 21. Mai des folgenden Jahres I47I erblickte im Hinter- 
haufe das dritte Kind, der zweite Sohn des Goldfchmiedes 
Albrecht Dürer das Licht der Welt. Bei feiner Taufe ftand 
der obenerwähnte erfle Buchdrucker Nürnbergs, bald auch 
Deutfchlands, Anton Koburger Gevatter, und er nannte den 
Knaben nach dem Vater Albrecht. Die bürgerliche Familie 
Pcand zwar ficherlich in keinen näheren Beziehungen zu den 
ehrbaren Gefchlechtern der Stadt, wohl aber mochten die 
gleich alten Knaben im felben Haufe die Genoffen mancher 
erften Spiele gewefen fein. Möglich, dafs fchon damals in 
den Kinderfeelen die Keime der innigen F reundfchaft Wurzel 
fafsten, die nachmals die zwei gröfsten Männer Nürnbergs, 
den Künfrler und den Gelehrten, verbinden follte; leicht 
konnte auch der Sinn für alles Schöne und Hohe, der im 
Pirkheimenfchen Haufe lebte, mit den eriten Strahlen des
        

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