Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1648476
Polizei, 
Bauthätigkeit. 
27 
zahlreichen Verordnungen war für die Reinlichkeit der Stadt 
und für die Gefundheit der Lebensmittel alles vorgefehen, 
andere wieder betrafen die Gebahrung in den Apotheken 
und die Verforgung der Armen. Der Gewerbfleifs wurde 
auf alle NVeife ermuntert. Die Aufnahme in den Gemeinde- 
verband war Fremden fehr erleichtert; es genügte dazu das 
Fürwort zweier Bürger nebft einer fehr geringen Abgabe, 
und ebenfo leicht konnte das Bürgerrecht freiwillig Wieder 
aufgegeben werden. In Folge der Freizügigkeit mehrte {ich 
die arbeitende Bevölkerung rafch. Schon unter den Kaifern 
Karl IV. und Wenzel erfuhr die Stadt ihre letzte Ver- 
gröfserung, indem die vor den Thoren angewachfenen Vor- 
ftädte mit ihr vereinigt und von Mauer und Graben um- 
geben wurden. Innerhalb derfelben erhoben fich Kirchen 
und Klöfter, Ordenshätifer und Spitäler, öffentliche und 
Privatbauten, die um die Mitte des XV. Jahrhunderts dem 
feingebildeten Aeneas Sylvius Piccolomini, dem nachmaligen 
Papfte Pius 11., den Ausdruck der Bewunderung abgewannen 
und Zeugnifs gaben von dem Wohlftande der Bürger, von 
ihrem Unternehmungsgeifte und ihrer Kunftfertigkeit. 
Hand in Hand mit dem Ausbaue der Verfaffung ging 
derjenige der beiden Hauptkirchen, der älteren zu S. Se- 
baldus dieffeits, der jüngeren zu S. Laurentius jenfeits des 
Fluffes, nach welchen die beiden Hälften der Stadt Sebalder- 
und Lorenzer-Seite genannt wurden. Beide ftanden vollendet 
da, als Nürnberg gegen Ende des XV. Jahrhunderts den 
Höhepunkt feiner Blüthe erreichte. Sie tragen auch das 
Gepräge ihres allmählichen Wachsthumes zur Schau. In 
ihrer fchlichten Vollendung und in dem Fefihalten an 
manchen localen Eigenthümlichkeiten, wie an den grofsräu- 
migen Hallen und an dem romailifierenden Thurmbau, fmd 
fie die Wahrzeichen einer zähen Volkskraft, eines unbeug- 
famen Selbftvertrauens. Einen ganz anderen, einheitlichen 
Charakter hat die Frauenkirche, ein halb profanes, gothifches 
Bauwerk von edlen Verhältniffen. An der Stelle der nieder- 
geriffenenSynagoge ward lie 1355 von Karl IV. geftiftet
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.