Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652125
378 
Der 
zweite Aufenthalt in 
Venedig. 
So fremdartig uns auch heutzutage die Schreibweife 
Dürers erfcheinen mag, im Vergleiche mit anderen gleich- 
zeitigen Briefen belehrt {ie uns doch, dafs Dürer die damals 
noch {o ungelenke Mutterfprache gar gefchickt zu hand- 
haben weifs. Er bedient {ich ihrer mit einer Freiheit und 
Sicherheit, wie wenige feiner Zeitgenoffen, auch die Ge- 
lehrten nicht ausgenommen. 
Nun folgt leider eine Lücke in der Folge der Briefe 
bis zum 28. Auguf": I506. Inzwifchen ift Dürer ganz auf- 
gethaut unter dem italienifchen Himmel. Er fcheint {ich 
aufserordentlich wohl zu fühlen in Venedig und fchiebt 
daher den Zeitpunkt der Abreife fortwährend weiter hinaus. 
Er hat auch etwas Italienifch gelernt, venetianifchen Dialekt, 
den er in der Schreibung wunderlich mit feinem Bischen 
Latein vermengt. Damit verfpottet er nun den Freund, der 
{ich auf feine {iaatsmännifchen Erfolge etwas zu gute that: 
2A! grzzndzlvszäno przärzo zzomo de! mozzdo! [Z wstru 
scrviiore, Z0 3014222210 Albcrto Dürer dicß salutc a! m0 magrzzl 
jico Messer Wilibzzlizlo Pirklzezärzer. März fade! z'0 zzdii wlrm- 
tieri von grrznde pzkzcere [a voßra smziliz 2 grandc ozzorr. 
Yo m2" wzeravzglio 00m2 ä possiäile sture 2m uomo 60m6 Vai 
cwztra zum? sapzkrztzlrszäzzi Zirzzrzni, Öuli, 112272265  rzozz altro 
nzodo nisi per zma graßzkz di D50! Quando 2b lcssi [a zrostra 
lettcrrz dz" gueste strzme brstzarcz io 2662" tania paurzz, r par- 
wnzi um: granrle cosa 1], aber ich halte dafür, dafs Euch 
die Schottifchen auch gefürchtet haben, denn Ihr feht auch 
1629, Gefchloffen fmd (liefe Briefe 
Dürers immer mit einem Siegel, das 
fein Wappenfchild mit der offenen 
'l'hüre und darüber ein A und T 
zeigt, welche Buchflzaben Campe irr- 
thümlich für das obere Erlde einer 
StaiTelei nahm. Reliquien, Titelblatt, 
I) An den gröfsten und erfien 
Mann der Welt! Euer Diener, der 
Knecht Albrecht Dürer, fagt Heil 
feinem fürnehmen Herrn Wilibald 
Pirkheimer. Meiner Treu! ich ver- 
nahm gerne und mit grofsem Ver- 
gnügen Euere Gefundheit und grofse 
EhrÄ Mich wundert, wie es möglich 
ifl, dal's ein Mann wie lhr Stand 
halten kann gegen fo viele geriebene 
Tyrannen, Raufbolde, Soldaten auf 
andere Weife, wenn nicht durch eine 
Gnade Gottes. Als ich Eueren Brief 
las über diefe gräulichen Fratzen, er- 
fafste mich grofse Furcht und es 
fchien mir ein gar gewaltig Ding,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.