Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652109
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Der 
zweite 
Aufenthalt 
Venedig. 
Sie wiffen, dafs man diefe ihre Bosheit kennt, aber fie 
fragen nichts darnach. Ich habe viele gute Freunde unter 
den Wälfchen, die mich warnen, dafs ich mit ihren Malern 
ja nicht effe und trinke. Auch {ind mir ihrer viele Feinda etc. 
Dafür plagt ihn Pirkheimer n1it der Beforgung zahl- 
reicher kleiner Aufträge nicht blos auf griechifche Bücher 
und Papier und periifche Teppiche, auch auf Glaswaaren, 
Kranichfedern auf den Hut zu Hecken  wNarrenfederlee 
wie Dürer meint  und vorzüglich auf Edelfteine und 
Schmuck aller Art. Die Berichte über diefe Ankäufe nehmen 
den meiften Raum in diefen Briefen ein. Ich bin fo glück- 
lich, diefer erften Gruppe noch einen Brief anzureihen, der 
 wenn er auch wenig Neues enthält  hier als eine 
Probe von Dürers Briefftil folgen mag. Dürer fürchtet 
nämlich, dafs der vierte Brief vom 8. März, den er mit 
einem Saphirring abgefchickt hatte, verloren gegangen fei 
und wiederholt daher manches fchon früher Berichtete. 
Der neue Brief fällt hinter den fünften der bisher bekannten. 
Dürer 
E111 
Wilibald 
Pirkheimer. 
Venedig, 25. April 1506, 
"Meinen willigen dienfl; zuvor lieber her. Mich wundert, dz Ir mir 
nit fchreibt, wy ewch der faffirring gefall, den ewch der Hans Imhoff 
gefchikt hatt beim Schonpottn 1) von Awgspurg, Ich weis nit, ob er 
ewch worden iPc oder nit, Ich pin peym Hans Imhoffi) geweß, hab 
in geforfcht; fagt er, er mein nit anderfi er fol ewch dan worden fein, 
Awch Hi; ein priff dopei, den ich ewch gefchriben hab, und ifl: der 
Rhein in ein verllgelte püxle gemacht und hat eben die grofs als er 
hir gezeichnett (folgt die Zeichnung eines Ringes) und hab in mit 
grofseil pit zu wegn gepracht, wan er ifi lawter und nett, und dy 
gefellen lagen, er fey faPc gut vür dz gelt, dz ich dafür geben. Er 
wiegt ungefer 5 fl, reinfch und hab dofür geben I8 dugaten und 4 
marzell; und wen er verlorn wurd, fo wurd ich halb unfinnig. Wan 
I) Ein Bote des Namens Schon 
oder Schön.  
z) Der jüngere des Namens, geb, 
1488, geil. 1526, und feit 1515 Pirk- 
heimers Schwiegerfohn. Er war 
demnach alfo flcher damals auch in 
Venedig,
        

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