Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1652098
Briefe an Pirkheimer, 
375 
auf neun vermehrt l). Sie zerfallen deutlich-in zwei Gruppen. 
Die erfte umfafst die fünf Briefe vom 6. Januar bis zum 
2. April 1506. Sie athmen noch etwas von den Sorgen, 
die daheim auf dem Meifter lafteten und die ihm auch in 
die Ferne gefolgt find, von der Ueberrafchung und Be- 
klommenheit gegenüber den fremden Verhältniffen. Dem 
Freunde, der ihm die Mittel zur Reife vorgefchoffen zu 
haben fcheint, bezeugt er wiederholt feine Dankbarkeit und 
feine innige Hingebung. S0 fchreibt er am 7. Februar: 
vIch gebe dem auch keinen Glauben, dafs Ihr mir zürnet, 
denn ich halte Euch nicht anders, als für einen Vater 
Ich Wollte, dafs Ihr hier zu Venedig wäret! Es find fo 
viele artige Gefellen unter den Wälfchen, die {ich je länger 
je mehr zu mir gefellen, dafs es einem wohl um's Herz fein 
möchte; vernünftige Gelehrte, gute Lautenfchläger und 
Pfeifer, Kenner in der Malerei und Leute von viel edler 
Gefinnung und rechter Tugend, und fie erweifen mir viel 
Ehr' und Freundfchaft. Dagegen find ihrer auch die Un- 
treueften, verlogene diebifche Böfewichter, von denen ich 
nicht geglaubt hätte, dafs fie auf dem Erdreich lebten. 
Und wenn's einer nicht wüfste, fo dachte er, es wären die 
artigften Leute, die es auf dem Erdreich giebt. Ich für 
meinen Theil mufs über fie lachen, wenn fie mit mir reden. 
I) Die Originale der in Nürnberg 
aufgefundenen Briefe befinden {iCh 
jetzt auf der Stadtbibliothek dafelbfi, 
mit Ausnahme des zweiten, der in 
die Privatfammlung des H. Lempertz 
in Köln überging und nach deffen 
Veriicherung mit diefer dem Vater- 
lande und der Wiffenfchaft erhalten 
bleiben foll, Ein Faclimiie davon in: 
H. Lempertz, Bilcierhefte zur Ge- 
fchichte des Bücherhandels 1853 bis 
1865; Tafel27. Die Nachweife der 
übrigen Publicationen in meiner Aus- 
gabe: Dürers Briefe etc. Wien 1872, 
Einleitung X, 
2) Ueber das einzige, brüderliche 
Einvernehmen, welches damals be- 
reits zwifchen den beiden Freunden 
bePcand, fchreibt Chr, Scheur] in 
feinem gleichzeitigen Libellus de laud. 
Germ, die fchmeichelhaften Worte: 
wQuemadmodum autem illis priscis 
pictoribus quaedam comitas (sicut 
omnibus, vere litteratis) inerat: ita hic 
Albertus facilis est, humanus, oflicio- 
sus et totus probus; quare etiam a 
summis viris magnopere diligitur, et 
imprimis a Vilibaldo Pirchamero 
perinde ac frater unice amatur: viro 
graece et latine vehementer erudito, 
optimo oratore, optimo senatore, op- 
timo imperatorea.
        

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