Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651999
Giorgione. 
Bilder, 
Andere 
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ebcnfowelmig wie jenes Marco Marziale, der ihn durch feine 
fchroffe Charakteriffik bis zum Häfslichen leicht hätte an- 
heimeln können. 
Allerdings befindet {ich in der Albertina die colorierte 
Federzeichnung eines Chrifttls am Kreuze vom Jahre 1505, 
die manche Analogie mit jenem Bildchen hat; fie könnte 
aber doch nur als ein entferntes Vorftudium angefehen 
werden. Zu derfelben gehören noch zwei ganz gleich be- 
handelte Seitenftücke, den guten und den böfen Schächer 
am Kreuze darfiellend. Vielleicht war auch das Dresdener 
Bildchen in ähnlicher Weife zu dem Mittelftücke eines Haus- 
oder Reifealtärchens befiimmt. Jene drei Zeichnungen der 
Albertina fcheinen zugleich zu den drei Kreuzen auf dem 
Calvarienberge oder der iigurenreichen Kreuzigung in Holz- 
fchnitt  benützt zu fein; und zwar fo, dafs durch eine kleine 
Abänderung blos aus dem hageren guten Schächer der 
böfe, aus dem feifien böfen der gute geworden ift, wobei 
es dann einer Umkehrung der Zeichnung für den Holzftock 
gar nicht bedurfte. 
In feinem Briefe vom 28. Februar 1506 erzählt Dürer 
zwar, wer habe alle feine Täfelchen verkauft bis auf CinCSx. 
Aus dem Folgenden erfehen wir dann, dafs er für jedes der 
vier verkauften Bildchen I2 Ducaten begehrt habe. Es 
müffen demnach kleinere Gemälde gewefeil fein, die er theils 
fertig nach Venedig mitgebracht, theils vielleicht auch erft 
dort vollendet haben mag. Nur zu der letzteren Art könnte 
dann jener Crucifixus gehört haben, denn die Einwirkung 
venetianifcher Vorbilder oder doch des italienifchen Himmels 
fcheint mir unzweifelhaft. Es fehlte Dürer auch fonft nicht 
an Aufträgen in Venedig, und er bedauerte nur, denfelben 
I) Bartfch 59, Ein kleines gleich- 
zeitiges Gemälde, nach diefem Holz- 
fclmitte von einem, wie es fcheint, 
jugendlichen doch gefchickten Schüler 
Diirers, kam aus den Sammlungen 
Krännei" in Regensburg und Rauter 
in München in die grofsherz. Galerie 
zu Darmffadt, Daffelbe befand üch 
auf der bAusflellung von Gemälden 
älterer Meiftera zu München 1869; 
Katalog Nr. I5. Der ihm dort bei- 
gelegte Meißername Melchior Fefelen 
ift durch nichts gerechtfertigt,
        

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