Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651673
der Albertina. 
Pafiion in 
grüne 
Die 
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der Empfindung zuweilen noch übertrifft, fo verdankt fie 
das der reicheren Clairobscurtechnik und dem Umftande, 
dafs kein Holzfchneider Dürers Zeichnung befchädigt hat. 
Die Compofitionen erinnern bald an diefes, bald an jenes 
Blatt der publicierten Folgen, ohne dafs aber je die eine 
oder die andere Wiederholt Wäre. Sie mögen in manchem 
Falle für letztere als Quelle, als Vorftudium gedient haben, 
z. B. Chriftus vor Pilatus für das Blatt der Kupferftichpaffion, 
Bartfch 7. Anderfeits bildet die Kreuztragung nur die 
berühmte Darftellung der xgrofsen "Pafüonq (Bartfch I0) 
weiter; und ähnlich verhält es {ich mit der Grablegung- 
Gerechte Bewunderung fand feit jeher zumal die wohl- 
abgewogene und fo ergreifende Darftellung der Kreuzabnahme. 
Bemerkenswerth ift auch die maffive Rundbogenarchitektur, 
welche in der grünen Paffion vorkommt und bei aller Phan- 
taftik flch vemuthlich als antik geben will; fo z. B. erfcheint 
in der Geifselung Chriftus an eine canellierte Säule gefeffelt, 
deren Capitäl neblt ungenauem Blattwerk eine Volute zeigt. 
Wie genau es Dürer mit diefen Pafiionsbildern nahm, beweifen 
uns die Federfkizzen, die wir noch zu mehreren derfelben 
beützen, u. z. in der Albertina zu Chriftus vor Pilatus und 
zur Dornenkrönung, in den Uffizien zur Kreuzabnahme, in 
der Ambroüana zu Mailand zur Gefangennehmung Chrifti 
und zur Geifselung; dafelbPc ferner der Entwurf eines Chriftus 
auf dem Oelberge, der die gleiche Beftimmung gehabt zu 
haben fcheint, aber nicht weiter ausgeführt wurde; Iefus 
iPc knieend mit erhobenen Armen, ähnlich wie in der Kupfer- 
ftichpafflon, die drei fchlafenden Ap oftel aber anders dargeilzellt. 
Hier fei gleich auch des grofsen Calvarienberges in den 
Uffizien gedacht 1), einer figurenreichen Zeichnung von gleicher 
Ausführung wie die grüne Paffion und 1505 bezeichnet. 
Obwohl durch einen Deckel mit einer Heifsigen Copie Jan 
Breughels gefchützt, ilt das Blatt fehr dunkel geworden; 
es giebt darnach einen Stich von Jakob Matham. Eine 
Katalog 
Gemäldegalerie 
864-
        

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