Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651548
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Der 
mit Iacopo 
Wettftreit 
Barbari. 
dei 
fie fo aus dem ftark gedeckten Hintergrunde auszufparen. 
Niemals zuvor ift im Kupferftich oder in der blofsen Zeich- 
nung fchwarz auf weifs eine gleiche malerifche Wirkung 
erzielt worden. Dabei zeigt {ich das rafche Fortfchreiten von 
Dürers Naturbeobachtung in den Pferdekörpern vielleicht 
noch deutlicher als in den menfchlichen Formen. Man ver- 
gleiche nur die beiden Pferde von 1505 mit demjenigen 
des heiligen Eufiachius; und unter ihnen wieder iPc das wgrofse 
Pferde um vieles beffer und darum Iicher auch fpäter als 
das rkleinee. Wie fehr Dürer damals von dem Studium 
des Pferdeleibes eingenommen War, zeigt noch die That- 
fache, dafs er 1505 auch bereits den heil. Georg zu Pferde 
entwarf und zu Rechen begann 1). Nur liefs er die Platte, 
fei es wegen feiner Abreife, fei es unbefriedigt vom Erfolge, 
unfertig liegen, um fie erft 1508 zu vollenden, nachdem er, 
wie wir fehen werden, in Italien neue theoretifche Kenntniffe 
auf diefem Gebiete erworben hatte. Denn das iPc ja fo 
bezeichnend für Dürers Geiftesart, dafs ihn fein Kunfifiudium 
immer wieder zur theoretifchen Forfchung fuhrt. Wie über 
die menfchlichen Proportionen, gedachte er fchliefslich ein 
Buch über vdie Mafse der Pferdea zu fchreiben 2). 
Doch auch in der Daritellung menfchlicher Körper läfst 
er {ich anfangs noch vornehmlich durch die Natur leiten. 
Er fucht fein Heil in zahlreichen Einzelfiudien, vdenn von 
viel fchöner Dinge verfammelt man etwas Gutes in gleicher 
Weife, wie der Honig aus viel Blumen zufammengetragen 
wirda; ohne dafs er darum in jenen kraffen Eklekticismus 
verfällt, wie man ihn Zeuxis zugefchrieben hat. Wenn er 
in diefen Dingen von Jacopo de" Barbaris Beifpiel aus- 
gegangen war, fo entfernte er {ich im Mifstrauen gegen 
deffen vermeintlichen Kanon zufehends von demfelben. Die 
xgrofse Fortunae berührt gewiffermafsen die äufserfte Grenze 
I) Bartfch 54. An der Jahreszahl 
1508 fleht man nämlich deutlich, 
dal's die Ziffer S blos aus einer be- 
reits vorgcflochenexl 5 entflandenifl. 
2) Zahn, die Dürerhandfchr, des 
Brit. Mufeums; jahrb. f, Kunüw. I, 
12, Note.
        

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