Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651511
Centauren und Satyren. 
Die Satyrfamilie. 
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des Zeuxis nachzufchaffen verfucht. Und zwar befindet {ich 
die Compoiition als Zierwerk auf feinem berühmten Bilde 
der ßVerläumdungr in den Uffizien zu Florenz 1). Auch 
der Hauptgegenftand diefes Gemäldes ift einer Schilderung 
Lucians von einem Bilde des Apelles entnommen. Daneben 
ift daffelbe mit einer edlen Renaiffance-Architektur und mit 
reichen Ornamenten gefchmückt. Auf dem Sockel des 
Richterftuhles erfcheint, als Relief grau in grau gemalt und 
mit Gold aufgehöht, die Centaurenfamilie des Zeuxis, fo wie 
fie Lucian befchreibt; nur darin weicht Botticellis Darftellung 
ab, dafs das Centaurenweib drei junge, fiatt zwei, um {ich 
hat und dafs diefe nicht wie die Eltern mit Pferdeleibern, 
fondern blos mit Bocksbeinen gebildet find. Wir fehen hier 
fomit fchon einen Uebergang zu jener anderen Auffaffung, 
und es ift daher wohl auch denkbar, dafs die Vermenfch- 
lichung des Weibes und das Muficieren des Vaters bei Dürer 
und Barbari nur weitere Abwandlungen des urfprünglichen 
Vorwurfes find 2). 
Das ifl es ja, was die Ausdeutung mancher frühen 
Kupferftiche Dürers fo fehr erfchwert. Wir wiffen nicht, 
auf Welchen Wegen die neuen, fremdartigen" Vorftellilngen 
an den Küniiler gelangten und welche Veränderungen fie 
auf diefem Wege erlitten. Leichter wird es uns fein, bis 
wir einmal auch in der gelehrten Litteratur der Zeit beffer 
Befcheid wiffen, obwohl auch dann der Uebergang vom 
knappen Worte zur bildlichen Darftellung ein fchwer berechen- 
barer bleibt. Bei dem Mangel jeglicher Anfchaung können 
wir uns die anfängliche Unbeholfenheit der altcleutfchen 
Meifier gegenüber antiken und mythologifchen Stoffen nicht 
grofs genug denken; daher wir auch die betreffenden Com- 
x) Katalog Nr. 1182. Wir kommen 
auf das Gemälde weiter unten, wo 
von den Entwürfen Dürers für den 
Rathhausfaal die Rede iPc, nochmals 
zurück. 
2) Die Figuren des Düreffchen 
Bildes hat einer {einer Schüler oder 
Nachfolger als Zierbilder in ein Or- 
nament von Weinranken gefügt, das 
fortlaufend ein Teppichmulier bildet. 
Der grofse Ilolzfchnitt, Dürers Tapete 
genannt, ifl befchrieben bei Heller 
2104, Paffavalmt 206, Retberg A. 68. 
Dürer.
        

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