Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651493
Kupferßziche. 
kleineren 
Die 
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heil. Mutter Anna zu denken braucht. Diefes Blatt zeigt 
bereits eine fehr vorgefchrittene Technik; es ifl fein und doch 
tief gefiochen, fo dafs frühe Abdrücke fehr dunkel erfcheinen  
Arn Weiteften geht die Verfeinerung des Kupferfiiches bei 
jenen früheren Blättern Dürers, die blofse Ausgeburten feiner 
Phantafie find und dem eigenthümlichen Zuge feiner Hand 
keine Schranken entgegenfetzten. Der Mann mit dem flam- 
menden Antlitz, Schwert und Wage in den Händen haltend 
und auf einem fchreitenden Löwen fitzend, foll vermuthlich 
den Weltrichter bedeuten; die fymbolifche Darfiellung, auch 
genannt die vGerechtigkeite, ift willkürlich aus verfchiedenen 
apokalyptifchen Reminiscenzen zufammengefetzt i). Die zarte 
Behandlung des Stiches wäre geeignet, über die Entftehungs- 
zeit deffelben zu täufchen; fie tritt aber zurück vor der 
wundervollen Ausführung der beiden Wappen, welche Dürer 
in Kupfer fiach und deren eines, das Wappen des Todes 3), 
mit der Jahreszahl 1503 bezeichnet ift. Das andere ift das 
Löwenwappen mit dem flatternden und krähenden Hahne 
über dem Stechhelme (B. 100); es dürfte nahezu gleichzeitig 
fein. An Tieffinn der Erfindung vergleicht es {ich zwar gar 
nicht mit jenem, an Feinheit der Technik geht es aber noch 
weiter. Der Metallglanz an dem Helme iPc unnachahmlich 
wiedergegeben. Alle diefe Darfiellungen erfcheinen auf 
weifsgebliebenem Hintergrunde. 
Nächft vAdam und- Evae  falls wir dem Werke 
einen folchen Sinn unterlegen dürfen  feierte Dürer feinen 
Sieg über Barbari zumeiß in feiner vFamilie des Satyrsr 
vom Jahre 1505 4), auch genannt der ßkleine Satym zum 
I) B, 34. Die Kupferflich-Samm- 
lung der k. Mufeen in Berlin belltzt 
einen Abdruck vor dem dürren Bäum- 
chen und dem daran hängenden Tä- 
felchen mit der Jahreszahl, deren Bei- 
fügung feitdem bei Dürer üblich wird. 
2) B. 79, Vergl. Apokalypfe Cap. 
19. V. 12: vSeine Augen fmd wie 
Feuerflammena. Wage und Schwert 
tragen zwei der apokalyptifchen Rei- 
ter, doch foll der dritte mit dem 
Bogen die mefüanifche Zeit darßellen. 
Der Löwe iPt das Symbol der Macht; 
Apok. Cap, 5. V. 5 wird ChriPnuS 
felbß; der Löwe genannt, wder da. iüt 
vom Gefchlechte- judax. 
3) B. 10x, vergL oben S. 212, 
4) Bartfch 69.
        

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