Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651375
Holzfchnitte. 
Schlechte 
der 
Anbetung 
drei 
Könige, 
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der hergebrachten Art folcher Andachtsbildchen ift der 
heilige Chrifloph mit den Vögeln in der Luft, deren zwei 
mit einander kämpfen l). Das Gleiche gilt von dem heiligen 
Franz von Aflili, der in einer baumreichen Landfchaft die 
Wundmale empfängt 2). Origineller ifi die Darftellung der 
beiden heiligen Einfledler Antonius und Paulus, die am 
Waldesrande fitzen. Der letztere iPr bei erfterem zu Befuch 
und der Rabe, welcher jenem täglich das Brod zu bringen 
pflegte, kömmt diesmal mit einem in zwei Theile gefpaltenen 
Brode herangeflogen, darüber denn Paulus in fromme Ver- 
wunderung ausbricht 3). Ebenfalls gut gedacht, lieblich an- 
geordnet, aber fchwächer ausgeführt ift die heilige Familie 
mit den fünf Engel114). Endlich die drei heiligen Bifchöfe 
Nicolaus, Udalrich und Erasmus in einer Halle, kürzere 
würdige Gefialten mit guter Drapierung der Ornate 5). Die 
Entftehung aller diefer hier genannten Holzfchnitte dürfte 
nicht zu weit vor das Jahr 1504, keineswegs aber fpäter 
zu fetzen fein. Sie fallen offenbar in eine Zeit, da Dürers 
Aufmerkfamkeit ganz von der Vollendung feiner Kupferilich- 
und Maltechnik in Anfpruch genommen war. 
Im Jahre 1504 vollendete Dürer das erfte gröfsere 
Tafelgemälde, deffen gute Erhaltung uns lehrt, dafs er es 
ganz mit eigener Hand und forgfaltig bis in die kleinile 
Einzelheit ausgeführt hat. Es ift die Anbetung der heil. 
Clrei Könige in der Tribune der Uffizien zu Florenz. Wie 
die feligfte deutfche Mutter fitzt Maria links mit dem reizend 
naiven Kindlein auf ihren Knien; tief erregt und mit den 
verfchiedenfien Gefühlen nahen ihm die drei prächtig ge- 
kleideten, goldilrahlenden Weifen aus dem Morgenlande, und 
I) Bartfch 104; Heller 1823; Ret- 
"berg 56. 
2) Bartfch 110; Heller 1829; Ret- 
bßrg 57- 
3) Bartfch 107; Heller 1867; Ret- 
berg 59, 
4) Bartfch 99; Heller 1991; Ret- 
berg 89. Es fmd genau gezählt 
wirklich fünf Engel zu unterfcheiden. 
Die Federzeichnung einer Madonna 
bei Pofonyi, Nr. 327, jetzt im Ber- 
liner Mufeum, ift eine täufchende 
Copie nach diefem Holzfchnitte, eine 
grobe F älfchuxlg. 
5) Bartfch H8; Heller 1874; Ret- 
berg 122.
        

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