Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651331
Feinmalerei in 
Gemälden, 
305 
aus der Sammlung Heinlein in Nürnberg durch Senator 
Klugkift in die Kunflhalle von Bremen. Nach Heller führten 
fie die ganz zutreffende Jahreszahl 15041). St. Onuphrius 
mit grauem Haar und Bart und blos von einem Schamtuche 
bedeckt ift rechtshin gewandt, einen Fufs auf den andern 
fetzend und mit beiden Händen auf einen langen Stab ge- 
frützt. Der Täufer fteht, von vorne gefehen und heraus- 
blickend, in etwas gefchwungener Haltung, in der Linken 
ein grofses Buch, mit der Rechten auf das Lamm zu feinen 
F üfsen deutend; fein Haar und Bart flnd ftraff und gelblich 
wie der ihn umhüllende Pelz. Die nackten Formen find 
voll und gut gezeichnet, die Hände und Füfse grofs, die 
Nafen lang und fpitz. Die Anlage der Landfchaft entfpricht 
_der Art Wolgemuts und der früheren Stiche von Dürer. 
Auffallend iPc die Verwandtfchaft der beiden Figuren 
mit einem wohl nahezu gleichzeitigen Holzfchnitte von Dürer, 
der diefelben Heiligen darPtellt und nicht Johann den Täufer 
und Hieronymus, wie man bisher annahm 2). Auf diefem 
fleht Johannes links, hat kraufes Haar und Bart; feine jenem 
Flügelbilde ähnliche gefpreizte Stellung erinnert fehr lebhaft 
an die Koloffalfigur des Heiligen auf dem Schwabacher Altare 
von Wolgemut 3). Der andere Greis aber mit dem grofsen 
Buche in den Händen ift durch das Ranken- und Blattwerk, 
das er unter dem Mantel auf dem blofsen Leibe trägt, wie 
auch durch das Fehlen des Cardinalshutes und des Löwen 
ficher als der ägyptifche Einfledler St. Onuphrius gekenn- 
zeichnet, der {ich den Täufer zum Vorbilde nahm. Die 
etwas langen Körperverhältniffe dürften auf Rechnung von 
Barbaris Eintlufs fallen. Daffelbe gilt von den Figuren des 
Holzfchnittes, auf welchem Papft Gregor der Grofse zwifchen 
1) Heller a. a. O. S. 227, Auf 
Holz, H. Meter 0,58, Br. 0,2. Der 
unvollendete Zufland der Täfelchen 
macht zwar einen ungünfligen Ein- 
druck, ifl aber durch die völlig blofs 
liegenden Vorarbeiten fehr lehrreich. 
Thaufing, Dürer. 
Die Jahreszahl daran habe ich nicht 
gefehen. 
2) Bartfch H2; Heller I869; Ret- 
berg 58. 
3) Siehe oben S. 86. 
20
        

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