Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651313
Technik. 
Feinmalerei in 
Zeichnungen, 
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artigen Pinfelführung beHeifsigte, und zwar nicht blos in 
Aquarell- und Temperafhldien nach der Natur, fondern auch 
in Oelgemälden. Ich erwähne von erPceren einen lebens- 
grofsen Hirfchkopf von 1504, vom tödtlichen Pfeile unterhalb 
des Auges getroffen, das flchtbare linke Auge gebrochen, 
fehr zierlich und fcharf mit der Pinfelfpitze in Wafferfarben 
auf Papier gemalt, jetzt fehr abgeblafst, aus der Sammlung 
des Abbe de Marolles auf der Parifer Bibliothek; dann im 
Berliner Mufeum den Flügel einer Elfter oder Dohle mit 
der Jahreszahl 1500, von unten gefehen, auf Pergament 
forgfältig zum Theile mittelPc Gold ausgeführt, nur ziemlich 
befchädigt, aus den Sammlungen Crozat und Mariette; den 
mächtigen kriechenden Hirfchfchröter vom Jahre 1505 auf 's 
Feinfte gemalt im Befitze von C. S. Bale in London; endlich 
in der Albertina zu Wien: den fo oft copierten und nach- 
geahmten Hafen mit dem unglaublich gutgetroffenen Pelzwerk. 
vom Jahre 1502; das junge Thier fltzt zufammengeduckt 
mit aufgerichteteil Ohren und furchtfam fchnuppernd da, 
vermuthlich auf dem Tifche des Meifters, denn man {ieht 
ganz deutlich die Fenfterkreuze im Auge des gefangenen 
Feldhäschens {ich fpiegelm); dann das Rafenfiück, eine 
Gruppe von grünen Kräutern von 1503, ein Wunder von 
botanifcher Genauigkeit in Naturgröfse und wie in der 
Frofchperfpective wiedergegeben, beide in Wafferfarben auf 
Papier; endlich dürfte auch das kleine Veilchenbouquet auf 
Pergament in diefelbe Zeit gehören, dem zur völligen 
Wirklichkeit nichts als der Duft zu fehlen fcheint. Diefe 
Feinmalereien erinnern nothwendig an die todten Rebhühner 
und den eifernen Fechthandfchuh auf weifsem Grunde von 
Barbari in der Galerie zu Augsburg von 1504; Wohl das 
ältefte aller Stillleben. 
I) Die vielen Nachahmungen diefes 
HäSChEDS in verfchiedenen Samm- 
lungen, zu Dresden (ein Kaninchen), 
Berlin, Weimar, Rom (Pal. Corflni) 
und fonfi im Privatbeütze haben 
nichts mit Dürer gemein. Eine Copie 
in Grünlings Sammlung trug das 
Zeichen Hans Hofmanns: H1 1582. 
Heller a. a. O. 131. Man ging nach- 
gerade fo weit, jeden in Miniatur 
oder Aquarell ausgeführten Hafen 
Dürern zuzufchrcxben,
        

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