Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651239
Holzfchnitte: 
Venedig, 
die Satyrenfchlacht, 
der 
Triumph, 
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waldigen Gebirgslandfchaft. In der Mitte des Vordergrundes 
fitzt ein langbärtiger Greis, der fieghafte König, zu feinen 
Füfsen der gefeffelte Amor, ein Geldfack, erbeutete Widder 
und ein Korb voll Satyrkinder; vor dem Könige links 
hält ein Mann an hoher Stange das Feldzeichen empor, 
eine Tafel mit der Infchrift: Q. R. F. E. V. (Quod recte 
faciendum esse videtur). Der andere der beiden grofsen 
Holzfchnitte zeigt den Triumphzug der Sieger; er beiteht 
aus drei nebeneinander zu haltenden Querblättern und zeigt 
eine womöglich noch reichere, vollendetere Compofition. 
Links {ieht man im Grunde einen antiken Tempel, an deffen 
Giebel die Auffchrift fleht: D: (ivae) FATIDICE, und in 
welchen die Spitze des Zuges hineinfchreitet. Vorne flehen 
zwei Hirten und betrachten den Feftztig, die einzigen be- 
kleideten Geftalten auf beiden Holzfchnitten. Das wieder- 
holt erfcheinende F eldzeichen eines geflügelten Mercurftabes 
bringt uns Barbaris Monogramm in Erinnerung. Inmitten 
des anderen, mittleren Blattes tragen fie eine Tafel einher 
mit der Majuskelinfchrift: iVirtus excelsa cupidinem ere 
regnantem domata. Damit erklärt llCll der Sinn der ganzen 
Schilderung als Kampf und Sieg des reinen Menfchenthums 
über die niedrigen Leidenfchaften und Begierden. Die be- 
fertigte Stadt im Hintergrunde läfst theils an Padua, theils 
an Verona denken; der Baumfchlag ift in der Art Giorgiones 
behandelt. Auf dem dritten Blatte rechts erfcheint der 
greife König lorbeergekrönt auf dem Triumphwagen ftehend, 
in der Hand fein Feldzeichen mit der oben genannten Devife 
aufrechthalteild, zu feinen F üfsen der gefeffelte Amor, den 
Geldfack haltend. Der Siegeswagen wird von drei Nereiden 
oder Sirenen gezogen und ift umringt von Männern, welche, 
fo wie viele andere vor ihnen, gefangene Widder und Wald- 
teufel tragen. Barbaris ausgefprochene Typen find in den 
zahlreichen Figuren nicht zu verkennen, und obwohl diefelbeil 
noch etwas fteif auf den Ferfen einherfchreiten, iPt die Kennt- 
nifs des Nackten überrafchend. Den Holzfchnitt als folchen be- 
forgten jedenfalls Nürnberger; es wäre fonft das Bedeutendfie,
        

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