Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651115
Ce1tes' 
LiguriquS. 
Guntherus 
233 
Die erften Ausgaben diefer Bücher von Celtes find 
leider fehr felten geworden, fle waren vielleicht auch fchon 
urfprünglich in kleiner Auflage gedruckt, da der Dichter 
lange Noth hatte, die Druckkoflen aufzubringen. Daher 
kommt es wohl, dafs die Illuflrationen dazu bisher auch 
noch keine eingehende Behandlung in der Kunftgefchichte 
gefunden haben. Die Holzfchnitte mögen unerfreulich fein, 
aber ihre Entftehuilg hat doch für die Entwickelung Dürers 
eine folche Wichtigkeit, dafs ein längeres Verweilen bei 
denfelben unvermeidlich war. Nachdem hiermit die Auf- 
merkfamkeit der Forfchung auf diefen Punkt gelenkt worden 
ifl, wird wohl auch für eine nähere Aufklärung des Sach- 
verhaltes die Hilfe von Fachgenoffen, wie auch namentlich 
die erwünfchte Unterftützung von Litterarhiftorikern nicht 
ausbleiben. S0 weit ich mir denfelben vorläufig mit Bezug 
auf Dürers Betheiligung an der Arbeit zufammenreimen 
kann, wäre er etwa folgender: 
Als fich Konrad Celtes im Jahre 1493 in Nürnberg 
aufhielt, war die SchedelTche Weltchronik eben im Er- 
fcheinen begriffen. Als Freund Sebald Schreyers, eines der 
Herausgeber, mochte er fich leicht für die Prachtausgabe 
begeiftern und den Plan faffen, auch feine von langer Hand 
vorbereiteten Publicationen auf gleiche Weife ausftatten zu 
laffen. Selbftverftändlich dachte er dann zunächft an Wol- 
gemut, und diefer wäre. der Maler gewefen, für den er noch 
im felben Jahre Aufträge zu Entwürfen einfandte. Dürer 
war ja damals noch von Nürnberg abwefend; er kehrte erft 
im folgenden Jahre 1494 von feiner Wanderfchaft zurück. 
Von ihm laionnte vorerfi gar nicht die Rede fein. In der 
erflen illuftrierten Publication des Celtes, in den Werken 
der Roswitha von 1501 ift daher noch nichts von Dürers 
Hand; die Holzfchnitte flammen wohl fämmtlich aus Wol- 
gemuts YVerkfiatt. Inzwifchen lenkte Dürer die Aufmerk- 
famkeit des humanifiifchen Kreifes auf flch, es ergingen auch 
Garellffchen 
Bibliothek, 
YVien 
1780.
        

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