Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651087
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A pokalypfe und 
die frühen Holzfchnitte, 
Weinreben und Fruchtgehänge haltende Genien tragen; oben 
die Infchrift: wSibi et Amicis Pß, unten: ßliber Bilibaldi 
-Pirkheimere. Der Augenfchein und die Vergleichung lehrt, 
dafs Dürer diefe finnige Buchvignette dem Freunde nicht 
blos gleichzeitig mit den zuvor genannten Blättern gezeichnet 
hat, fondern auch, dafs der Holzftock in die Fäuile deffelben 
Formfchneiders kam. Daher iit denn auch die Verwandt- 
fchaft des Blattes insbefondere mit dem ähnlich angeordneten: 
Celtes vor Kaifer Maximilian, eine ganz fchlagende. 
Schlimmer fteht es um die übrigen illuftrierten Blätter 
des vBuches der Lieber, wie gleich um das auf Mjliö 
Philofophier folgende. Es zeigt inmitten das monographifche 
YVappen des Celtes, darüber ihn felbft fchreibend, darunter 
den Quell der Mufen, an welchem zwei geflügelte nackte 
XVeiber fitzen und Zither und Laute fpielen; zu beiden 
Seiten dann in Feldern unter einander links: Minerva und 
Mars  letzterer als Landsknecht; Mercurius mit Vogel- 
füfsen Flöte blafend und Hercules mit der Keule, die ftym- 
phalifchen Vögel jagend, neben ihm Cerberus; rechts: 
Cytharea mit Cupido; Phoebus bekleidet, bogenfchiefsend, 
und Bacchus ebenfalls bekleidet und bekränzt, daneben Krug 
und Fafs. Unter den fo zufammengedrängten kleinen Figuren 
mufste ein rohes Schneidemeffer arge Verheerungen an- 
richten. Das Gleiche gilt von den folgenden halb land- 
fchaftlicheii, halb cartographifchen Darftellungen der vier 
Weltgegenden, in denen die Liebesgefchichten des Poeta 
laureatus abfpielen. Die Urheberfchaft Dürers oder jedes 
anderen MeiPters an deffen- Blättern läfst fich leichter be- 
haupten als nachweifen. Doch fprechen alle äufseren und 
inneren Gründe noch zumeift für Michel Wolgemut. Seine 
Betheiligtlng an der Illuflration des Sammelbandes erhellt 
deutlich aus den noch übrigen beiden Holzfchnitten deffelben, 
welche der Befchreibung der Stadt Nürnberg und dem 
Hymnus auf den heiligen Sebaldus vorangehen. Mit jener 
Schrift-wollte Celtes der Stadt, die ihm vor allem theuer 
war, an welche ihn die liebften Erinnerungen und die ftolzeften
        

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